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LP (Ariola) |
LP (Eterna, 1964) |
LP (Opera) |
LP (Eurodisc, 197?) |
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LP (Eterna, 1970) |
LP (Eterna, 1974) |
LP (Eurodisc, 198?) |
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Anmerkungen:
Spielzeit: [48'15"] Folgende Nummern finden sich in der Auswahl dieser Aufnahme (der Übersichtlichkeit halber und um Verwechslungen zu vermeiden wird der jeweilige französische Text angegeben):
2. Akt - Olympia [09'15"] 3. Akt - Giulietta [11'30"] 4. Akt - Antonia [15'00"] 5. Akt - Stella [02'15"] * Bei diesem Orchester-Zwischenspiel handelt es sich um eine nicht in der Partitur enthaltene Einlage. In ihr wird das Walzerthema aus dem Finale des 2. Aktes aufgegriffen. ** Die vorliegende Barcarole besteht aus zwei Teilen. Sie beginnt mit der Instrumentalversion des Stückes, welches in der Choudens-Fassung als Intermezzo zwischen dem vierten und dem fünften Akt eingefügt wurde, und geht dann in die eigentliche (gesungene) Barcarole über. *** Bei der hier eingespielten Version des 5. Aktes handelt es sich um die sogenannte "Berliner Fassung", in welcher Hoffmann eine letzte Strophe des Liedes von Klein-Zack singt und sodann der die Oper beendende Studentenchor folgt. Stella, Andreas und die Muse treten nicht mehr auf. Das Cover der Opera-Ausgabe wurde - was in Jahren um 1950 / 1960 durchaus üblich war - genäht und nicht geklebt. Damals herrschte noch Unsicherheit darüber, ob die Verwendung eines Klebers eventuell das Vinyl der Schallplatte angreifen würde, daher nähte man die beiden Cover-Hälften zusammen. Das Cover der Eurodisc-Ausgabe aus den Jahren nach 1970 besteht aus zwei Teilen: die Hülle selbst bildet eine Art Rahmen, in den neben der LP auch noch ein Blatt geschoben wird, welches mit einem Motiv des Olympia-Aktes bedruckt ist. Die LP erschien auch als Opernführer für Kinder. |
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Kommentare: Auch wenn die Einspielung über dem Niveau der in den 1960'er Jahren erschienenen, sogenannten "Ariola-Spätlese" liegt, hat die Produktion keine wirklichen Höhepunkte zu bieten. Franz Bauer-Theussl leitet das Orchester sehr bodenständig mit einem Hang zur Schwerfälligkeit durch die Partitur. Es gibt keine wirklichen Aussetzer, aber das ist dann auch schon das Positivste, was einem zum Dirigat einfällt. Hinzu kommt eine etwas unglückliche Tonabmischung, welche den Blechbläsern zu viel Raum gibt, was dazu führt, daß die übrigen Instrumente stellenweise einfach verschluckt werden. Waldemar Kmentt präsentiert einen recht strahlenden und stimmsicheren Hoffmann, der nicht sehr viel von dem leidgeprüften Helden hat, der immer wieder seinem Schicksal erliegt. In einem Querschnitt durch die Oper mag das ausreichen, in einer Gesamtaufnahme hätte er sich Herr Kmentt die Frage gefallen lassen müssen, wie Gesangsstil und Operninhalt seiner Meinung nach harmonieren sollen. Sonja Draksler bekommt als Niklaus nur im 2. Akt (in der Barcarole) zu tun. Auch hier läßt sich feststellen, daß die Nummer schön gesungen ist, aber nicht wirklich eine Interpretation mit Bezug auf die Oper darstellt. Die Frauenrollen wurden geteilt. Wilfriede Lüttgen gab man die Olympia und diese überrascht mit derartigen Spitzentönen, daß sich der Hörer ernsthaft fragt, ob für kurze Passagen der Arie möglicherweise die Stimme der Sängerin durch ein Instrument (z.B. eine Flöte) ersetzt wurde. Alles in allem klingt Frau Lüttgen darüber hinaus nicht sehr homogen in ihrer Stimmfärbung und ihre Olympia hinterläßt - abgesehen von dem bereits angesprochenen Fiepen - keinen bleibenden Eindruck. Auch Giulietta darf sich nur während der Barcarole bemerkbar machen, insoweit trifft auf Erika Zimmermann das Gleiche zu wie auf den Niklaus Sonja Drakslers. Christiane Sorell hat da etwas mehr Gelegenheit, ihrer Antonia Profil zu verleihen. Leider ist ihre Stimme ein wenig zu reif für das zerbrechliche, junge Mädchen und so fragt man sich, wie alt denn ihre Mutter sein mag, die sich gegen Ende des Aktes noch blicken läßt ... Von Hoffmanns Gegenspielern blieben nur zwei übrig: Dapertutto und Doktor Mirakel, denen sich Walter Berry annahm. Obwohl man im ersten Moment skeptisch sein mag, ob das eine gute Wahl war, so stellt man bald fest, daß er seinen Anteil an dieser Produktion neben den übrigen Protagonisten noch am besten abliefert. Die Spiegelarie weist manchmal etwas seltsame Momente des Luftholens auf und auch Doktor Mirakel ist nicht die pure Dämonie, aber im Ergebnis kann man Walter Berry eine Rollenpräsenz nicht absprechen. Einzig verbleibender Diener der Einspielung ist Franz, der in Herbert Prikopa einen guten Interpreten hat. Dieser bewährt sich in der Gratwanderung zwischen Spiel und Gesang, allerdings fällt hier besonders das getragene Dirigat auf, welches dem Couplet des Franz dann doch ein gutes Stück an Komik nimmt. So haftet dieser Aufnahme aus der Ariola-Kollektion leider auch ein wenig Supermarkt-Qualität an. Es ist keine Einspielung, die man gehört haben muß. Ein Wort noch zu den diversen Covern, mit denen diese Aufnahme immer wieder auf's Neue in den Regalen erschien: sie legen ein optisches Zeugnis über diese Aufnahme ab, denn die meisten greifen entweder gar nicht (Eterna, alle Ausgaben) oder nur prospektartig (Ariola, Opera) den Inhalt der Oper auf. Gleichzeitig ziehen sich falsch geschriebene Namen, vergessene und andererseits gar nicht vorkommende Rollen wie ein roter Faden durch die Besetzungslisten auf den Coverrückseiten.
[ Marcus Ebeling ]
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