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LP (Philips, 1975) |
LP (Philips, 197?) |
LP (Amiga) |
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CD (Philips) |
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Anmerkungen:
Spielzeit: 1. Akt [26'45"] • 2. Akt [16'00"] • 3. Akt [08'45"] Folgende Nummern finden sich - natürlich in deutscher Sprache - in der Auswahl dieser Aufnahme:
* Helenas Arie »Ich, schuldbewußt?« findet sich nur in den deutschen Partituren. Sie steht anstelle von Helenas Couplet »Là, vrai, je ne suis pas coupable« und dem Terzett »Lorsque la Grèce« (Agamemnon / Calchas / Ménélas). Insoweit gibt es für sie keinen französischen Titel. Die Aufnahme stellt den Originalton zum gleichnamigen Film dar. Im Rahmen der musikalischen Neubearbeitung durch Bert Grund erfolgten neben einer Umorchestrierung Eingriffe in Reihenfolge und Zuordnung der Musiknummern. Ebenfalls unter dem Dirigat von Franz Allers entstand: |
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Kommentare: Der interessierte Hörer wird schon ohne einen akustischen Eindruck aufmerksam, wenn sich unter den Angaben über die beteiligten Künstler der Zusatz "Musikalische Bearbeitung" findet: steht doch damit fest, daß es wieder einmal jemand besser zu wissen meinte als der Komponist selbst. In diesem Fall zeichnet ein gewisser Bert Grund für die oft brachialen Eingriffe in die Partitur verantwortlich. Allerdings: auch wenn Orests Couplets im 1. Akt und im Finale des 3. Aktes zu (von anderen Protagonisten gesungenen) Gassenhauern verkommen, kann man Grunds Bearbeitung nicht vorbehaltlos zum Teufel wünschen. Einige Passagen geraten sogar - man muß es zugeben - recht innovativ und sind vielleicht gar nicht einmal so weit vom Offenbach' schen Witz entfernt. Allers' Dirigat ist - wie bei allen Offenbach-Aufnahmen aus dem deutschsprachigen Raum - eine Idee zu langsam, aber man kann ihm ein Gefühl für Offenbachs Musik nicht absprechen, blitzt doch immer wieder eine sehr liebevolle Interpretation durch. Vor allem das Traumduett macht richtig Spaß ... Anna Moffo, René Kollo und Ivan Rebroff übertreiben ihre Rollen und präsentieren geradezu sprichwörtliche Operettencharaktere, die diesem Genre seinen zweifelhaften Ruf einbrachten. Positiv fällt hingegen der Menelaus des Schauspielers Josef Meinrad in seiner werkgerechten Schrägheit auf. Auch erstickt manchmal der Kontrabaß alle anderen Orchesterstimmen, aber angesichts der Tatsache, daß es sich um die Einspielung einer Fernsehproduktion aus den 1970'er Jahren handelt, muß man zugeben, daß es klanglich schlimmer hätte kommen können. Wie das Tüpfelchen auf dem "i" passen sich die Cover den Protagonisten an: eine Portion zu schwülstig und vielleicht dadurch schon wieder eine eigene (ungewollte) Parodie.
[ Marcus Ebeling ]
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Kurz: Die Aufnahme ist ein greuliches Kind ihrer Zeit – die Inszenierung Axel von Ambessers war, gleichfalls als Kind ihrer Zeit, höchst amüsant (und schlägt andere ZDF-Produktionen, die das künstlerische Fach "Operette" zum Schimpfwort aussterben ließen, immer noch um Längen). Ich muss vorausschicken, dass dies der erste Offenbach-Inszenierung war, die ich und KlassenkameradInnen sahen, und dass wir von der Komik – auch der Musik! – begeistert waren. Der Beginn einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft mit J.O. ... Die Bearbeitung möchte ich nicht Bert Grund anlasten. Die auf ein breites Fernsehpublikum zielende "Text-Neufassung" schuf Gerhard Bronner, eine Legende des österreichen Musikkabaretts. So geht es in seiner »Helena« um die Olympischen Spiele und das Finale II wird zum "Tempelbrand". Es ist anzunehmen, dass er es war, der viel von Offenbachs Musikmaterial zersplitterte und als Grundlage seiner selbstgeschmiedeten Texte für beliebige Stimmen nutzte, wenngleich diese Texte vortrefflich auf der Musik "sitzen"! Vermutlich besorgte Herr Grund dann "nur" das Orchersterarrangement... Richtig ist, dass Josef Meinrad als Menelaos herausragt, auch wenn das gesamte männliche Helden-Ensemble, nicht zuletzt Harald Serafin als Achill, hervorragende komödiantische Leistungen bot, und der röckchenlupfende Ivan Rebroff glänzt durch scheinheilige Melodramatik (sorry, aber so herrlich schwul sang noch niemand »Unerhört! Unerhört!« und »Denn nur ich kann den Donner euch deuten«; oder hat jemand Hubert von Meyerinck in derselben Rolle, mit Griechenzopf auf der Glatze, einst in Hamburg erlebt?!). Eingedenk dieser Eindrücke 2 Punkte für einen Soundtrack, den niemand braucht.
[ leider anonym • 19.01.08 ]
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