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LP (Eurodisc) |
LP (Parnass) |
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Anmerkungen:
Spielzeit: Ouvertüre & 1. Akt [19'45"] • 2. Akt [25'45"] • 3. Akt [22'00"] • 4. Akt [05'30"] • 5. Akt [13'45"] In der Aufnahme fehlen der Eröffnungschor »Nous sommes employés de la ligne de l'ouest« und Raoul de Gardefeus Couplet »Ce que c'est pourtant que la vie«. Die Entr'actes wurden als Melodramen in den zweiten und dritten Akt eingelegt. Ebenfalls unter dem Dirigat von Franz Allers entstand: |
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Kommentare: Eine sehr zwiespältige Aufnahme erwartet den Hörer mit dieser Fassung: auf der einen Seite gab man sich redlich und erfolgreich Mühe, nah am französischen Original zu bleiben. Dies beginnt mit dem Text - der in der Übersetzung wesentlich mehr Witz zu bieten hat als der jener Einspielung unter Willy Mattes -, führt eine umfangreiche Besetzungsliste und schließt mit der Tatsache, daß viele der in deutschen Aufführungen und Aufnahmen oft gestrichene Nummern enthalten sind, so beispielweise das Couplet Alfreds zu Beginn des fünften Aktes »Avant toute chose« (wenngleich es hier von Urbain gesungen wird). Andererseits wurden mit Victor de Kowa, Brigitta Mira und Peter Alexander nicht unbedingt Künstler verpflichtet, die den Ton der Offenbach' schen Musik besonders unterstützen konnten. Hier rutscht dann die Aufnahme doch teilweise ins oberflächliche Licht der Boulevard-Komödie. Diese Besetzung ist wohl nur im Licht der Zeitgeschichte zu verstehen, und so kann man vom Glück sagen, daß nicht auch noch Gunther Philipp und Trude Herr tragende Rollen erhielten. Franz Allers' Dirigat sorgt für eine wirklich solide Klammer, welche Schauspieler, Sänger und Soubretten diszipliniert und nicht ganz ohne Charme zusammenhält. Manchmal, das sei eingestanden, bemerkt man die typisch deutschen Versuche, aus allen Stücken im 3/4-Takt einen Walzer und aus allen Nummern im 4/4-Takt eine Quadrille herauszuarbeiten. Gleichwohl gibt es deutlich schlechtere Offenbach-Interpretationen von deutschen Dirigenten, sodaß sich diese Aufnahme nach dem bisher Gesagten bereits vier von fünf möglichen Dirigenten verdient hat. Peter Alexander verpaßt dem Pariser Lebemann Bobinet einen gnadenlos wienerischen Schmäh - was der gesamten Einspielung eine ungewollt komische Note verleiht. Wenn er auch stimmlich der Partie gewachsen ist - Stimmfärbung und Dialekt vereiteln eine wirklich gute Interpretation des Bonvivants. Ferry Gruber hat es da schon leichter, denn er hat seinen Akzent besser unter Kontrolle. Und so erschafft er einen glaubwürdigen Raoul de Gardefeu, was der Handlung und damit der Einspielung deutlich zugute kommt. Ingeborg Hallstein (sozusagen Pflichtbesetzung in Einspielungen der "leichen Muse" in den späten 60'er und frühen 70'er Jahren des letzten Jahrhunderts) liefert eine rundum gelungene Gabriele ab - zeitweise nimmt sie ihre Aufgabe nicht ernst genug, aber die Koloraturen sitzen. Längst über das Alter einer begehrenswerten Maitresse hinaus und stimmlich weder der Brief-Arie noch dem Mitternachts-Rondo der Metella gerecht werdend, erscheint Lisa della Casa auf der Bühne. Wieder einmal wurde hier der alte Fehler begangen, diejenigen Sänger(innen), welche Opernpartien nicht mehr gewachsen sind, quasi im "leichten Fach" ihr Altersbrot verdienen zu lassen. Ähnlich verhält es sich mit Rudolf Schock, der seine stimmlichen Grenzen des Brasilianers allerdings mit schauspielerischem Talent auszugleichen vermag. Fazit: auch was die Sänger angeht ist dies eine sehr zwiespältige Aufnahme. Trotz allem hat die Produktion ihren eigenen Charme: sie ist in sich geschlossen und wirklich ambitioniert, nur muß man eben bei deutschen Offenbach-Produktionen generell Abstriche machen ...
[ Marcus Ebeling ]
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Unter den Einspielungen, die es von Offenbachs »Pariser Leben« gibt, nimmt diese deutschsprachige Produktion eine Sonderstellung ein. Zunächst einmal handelt es sich hier um eine treffende, witzige Übersetzung. Dann kann man dem pointierten Dirigat Franz Allers' einiges abgewinnen. Und schließlich ist die Besetzung weitgehend gelungen. Über Peter Alexanders Schnulzengesang muß man freilich hinweg hören und Ingeborg Hallsteins Stimme bleibt wie immer Geschmackssache, aber Rudolf Schock als Brasilianer, Eberhard Wächter und Margit Schramm als Baron und Baronin, Gerhard Unger als Frick und Lisa della Casa als Metella sind allesamt ideal besetzt. Allein wegen Lisa della Casas' Briefarie sollte man diese Aufnahme kennen.
[ Michael Laricchia • 10.05.06 ]
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