Orpheus in der Unterwelt

Version von 1858


Dirigent: Kurt Richter




Mitwirkende:

Orpheus Karl Terkal
Eurydike Else Liebesberg
Pluto Erich Majkut
Jupiter Hans Strohbauer
Diana Else Liebesberg
Hans Styx Laslo Szemere

Chor von Radio Wien
Leitung: Gottfried Preinfalk

Großes Wiener Operetten-Orchester
Dirigent: Kurt Richter
Aufnahme:
Auszüge
in deutscher Sprache

Produktion:
Philips - 195?
1 LP (25 cm) - stereo

Katalog-Nr.:
LP (Philips): 840207 PY
LP (Amiga): 740027



Anmerkungen:

Spielzeit: Ouvertüre & 1. Akt [16'30"] • 2. Akt [08'45"]

Folgende Nummern finden sich - natürlich in deutscher Sprache - in der Auswahl dieser Aufnahme:

  • Ouvertüre *
  • "Moi, je suis Aristée" (Pluto) - Auszug
  • "La mort m'apparaît souriante" (Eurydike)
  • "Aux armes, dieux et demi-dieux!" (Chor der Götter)
  • "Ah, c'est ainsi" (Orpheus)
  • Finale 1. Akt, 2. Bild - Auszug: "Gloire, gloire à Jupiter!" (Chor der Götter)
  • "Quand j'étais roi de Béotie" (Hans Styx)
  • "Pour séduire Alcmène la fière" (Diana) **
  • "Il m'a semblé sur mon épaule" (Eurydike) - Auszug
  • "Maintenant, je veux" (Jupiter)

* Als Ouvertüre wurde für die vorliegende Aufnahme - auf wenige Takte zusammengestrichen - die Konzertfassung von Carl Binder eingespielt.

** Das Spottlied auf Jupiters irdische Eskapaden wird in den verschiedenen Einspielungen immer wieder von einem anderen Gott / einer anderen Göttin begonnen. In der vorliegenden Aufnahme ist es Diana.



Kommentar:


Abgesehen davon, daß man zu Gunsten der Popularität wieder einmal einer "Orphée"-Produktion die Konzert-Ouvertüre von Carl Binder voranstellte, ist diese Einspielung gar nicht mal so trocken, wie das Cover vermuten läßt. Kurt Richter schafft es im Vergleich zu seinen Kollegen aus dem deutschsprachigen Raum wesentlich besser, dem Orchester einen Offenbach' schen Esprit zu entlocken.

Ein wenig zu ernst in der Rolle des Orpheus kommt Karl Terkal daher. Das ist schade, denn das Dirigat Kurt Richters läßt ihm genug Raum für die komischen Momente. Mit Else Liebesberg allerdings hatte man für die Eurydike eine sowohl schöne als auch ausdrucksstarke Stimme gefunden, sicherlich wäre eine Gesamtaufnahme mit ihr in der gleichen Rolle interessant geworden. Angenehm auch die Stimme Erich Majkuts, der es schafft, stimmlich eine deutliche Grenze zwischen dem biederen Aristeus und dem raffinierten Pluto zu ziehen. Im Gegensatz zu Karl Terkal ist der Jupiter Hans Strohnbauers seltsam fröhlich angelegt, nicht unpassend, aber gewöhnungsbedürftig.

Falls Philips sich entschließen sollte, die Aufnahme wiederzuveröffentlichen, muß an dieser Stelle jedoch darum gebten werden, ein passenderes Cover zu entwerfen. Selbst in der Zeit der 50er und 60er Jahre des letzten Jahrhunderts dürfte eine solche Bildgestaltung am unteren Rand des Kreativen gelegen haben. Etwas mehr Stil beweist da die Amiga-Ausgabe.



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