|
CD (TLP Records) |
|
Aufnahme: Gesamtaufnahme in französischer Sprache Produktion: TLP Records - 1987, Brüssel 1 CD - stereo Katalog-Nr.: CD (TLP Records): C 35003 |
||||||||||||||||||
|
Anmerkungen:
Spielzeit: [44'00"] Ebenfalls unter dem Dirigat von Alfred Walter entstand: |
|
Kommentare: Aufnahmen von selten gespielten Werken Offenbachs zu finden, läßt in der Regel jedes Sammlerherz höher schlagen. Im vorliegenden Fall ist das Vergnügen jedoch eher zwiespältig. Zum einen ist die Handlung selbst für einen Einakter mehr als dürftig. Auch wenn Offenbach in erster Linie eine Parodie damals populärer Opern wie zum Beispiel »Fra Diavolo« im Sinn hatte, so verhindert dies nicht, daß man beim Hören dieses Werkes etwas sehnsüchtig an »Monsieur Choufleuri« oder »L'Île de Tulipatan« denkt. Einen Anteil haben daran zweifellos auch die unverhältnismäßig langen Dialogpassagen. Auf der anderen Seite gehört auch das Dirigat Alfred Walters nicht gerade zu den Gipfelstürmern der Discographie. Offensichtlich in dem Bestreben, die parodistischen Momente herauszuarbeiten, verharrt er oft in breiten, bisweiligen holperigen Tempi, die den Nummern schließlich den Schwung nehmen. Unterstützt wird dies durch eine Überbetonung der Schlaginstrumente. Hinzu kommt ein in den schnellen Passagen häufig unsauberes Zusammenspiel des Orchesters, so daß der Hörer in seiner Toleranz immer wieder auf's Neue gefordert wird. Auf einem etwas besseren Niveau agieren die Sänger. Allzu große Differenzierungen lassen sich diesbezüglich nicht ausmachen, da es sich überwiegend um Ensemblestücke handelt. Albert Voli (Beaujolais) löst dabei seinen Part mit dem überzeugendsten Humor und der angenehmsten Stimme. Claudine Granger (Gigolette) klingt bisweilen etwas angestrengt und damit auch anstrengend. Jacques Legrand (Ignace) und Yerry Mertz (Vert-Panné) halten sich im gesunden Mittelfeld. Es mag angehen, daß man, hätte man diese Aufnahme als Aufführung in den Bouffes-Parisiens erlebt, erneut angetan gewesen wäre von dem Offenbach'schen Musikwitz. Und man hätte wahrscheinlich auch nicht einen solch großen Wert auf Interpretation und Präzision gelegt. Die Bühnenwirkung dieser Bouffonerie ist sicherlich nicht zu vernachlässigen. Aber so bleibt als Fazit nur, daß sicherlich eine Lücke der Discographie geschlossen wurde, der Höreindruck einen jedoch nicht sehr häufig wieder zu dieser CD greifen läßt.
[ Marcus Ebeling ]
|
|