Pariser Leben

Version von 1866

Dirigent: Rudolf Bibl



CD (Arte Nova)


CD (Oehms Classics)




Mitwirkende:

Bobinet Klaus Hannes Brock
Raoul de Gardefeu Andreas Schindler
Gabriele Hlín Pétursdottir
Metella Martina Serafin
Gontran Robert Florianschütz
Lord MacDonald Michael Glücksmann
Lady MacDonald Ingrid Kaiserfeld
der Brasilianer Götz Zemann
Frick Wolfgang Gratschmaier
Pauline Leana Legowski
Prosper Wolfgang Gratschmaier
Leonie Monika Lanner
Clara Ira Kancz
Louise Bea Robein
Madame de Bonichon Mirjana Irosch
Festspielchor Mörbisch
Leitung: (keine Angabe)

Symphonie-Orchester Burgenland *
Dirigent: Rudolf Bibl

Aufnahme:
Gesamtaufnahme ohne Dialoge
in deutscher Sprache

Produktion:
Oehms Classics - 1997, Eisenstadt
2 CD / 1 CD - stereo

Katalog-Nr.:
CD (Arte Nova): 74321 47786 2
CD (Oehms Classics): OC 252



Anmerkungen:

Spielzeit: Ouvertüre & 1. Akt [21'45"] • 2. Akt [20'15"] • 3. Akt [18'45"] • Einlage [03'15"] • 4. Akt [11'45"]

Folgende Änderungen finden sich in dieser Aufnahme:

  • Die Entr'actes zum dritten und fünften Akt wurden gestrichen.
  • Der ursprüngliche vierte Akt entfiel komplett. Dafür enthält die Aufnahme eine Einlage zwischen dem dritten und - nunmehr - vierten Akt aus »Un Mari à la Porte«: Rositas Couplet »J'entends, ma belle«.
  • Das Couplet des Alfred (»Avant toute chose«) wird hier von einem Sopran gesungen.
  • Gestrichen wurde auch das gemeinsame Couplet der Baronin, Metellas und des Barons im letzten Akt.

* Als Orchester wird im Beiheft der CD-Ausgabe von Arte Nova das Symphonie-Orchester Burgenland, in der Edition Oehms Classics das Festival Orchestra Mörbisch angegeben.




Kommentare:


Dominiert von einer wirklich schlechten, dumpfen Tonqualität kann die österreichische Version des »Pariser Lebens« auch interpretatorisch nicht überzeugen. Das Dirigat wirkt zwar, als wolle man Offenbach gerecht werden (so zum Beispiel auch durch das Öffnen gängiger Striche), aber letztenendes bleibt es dann leider beim Wirken. Die Tempi sind überwiegend schleppend genommen und viele Instrumente lassen sich nicht differenziert heraushören. Ob dies im Einzelfall an Versäumnissen des Dirigats oder an der Aufnahmequalität liegt, kann dabei abschließend gar nicht beurteilt werden. Was dieser Produktion aber in jedem Fall fehlt, ist der Schwung eines veritablen »Vie Parisienne« - und der wird nicht dadurch erreicht, daß man aus dem hinterwäldlerischen Gutsherrenehepaar aus Schweden nunmehr "Lord und Lady MacDonald" macht.

Dieser Stimmung schließen sich die Sänger leider an. Sie pendeln zwischen Sprechgesang und völlig unpassenden Spitzenton-Ausbrüchen hin und her, singen im übrigen aber brav - zu brav, so daß weder die Solisten noch der Chor Höhepunkte zu setzen vermögen. Hinzu kommt, daß man ihnen teilweise neue Texte schrieb und diese nun in ihrer Gesamtheit völlig uneinheitlich sind. Andreas Schindler versucht mit allen Mitteln, charmant und weltmännisch zu wirken, aber er kämpft auf verlorenem Posten. Sein Raoul de Gardefeu kann nicht anders, als über die neuen Texte zu stolpern, und auch die Stimme ist nicht beweglich genug. Der Bobinet dieser Einspielung zeigt da etwas mehr Profil. Klaus Hannes Brock verfügt über eine schlanke, angenehme Stimme und es fällt ihm deutlich leichter, dem Bonvivant Leben einzuhauchen. Auch Hlín Pétursdottir zieht ihre Gabriele gerade noch aus der Affäre, wenngleich gerade sie zu oft durch Spitzentöne glänzen möchte (und leider klingt dies immer sehr bemüht). Richtig punkten kann allein Martina Serafin (Metella) mit einer Stimme, die über Klang und Ausdruck verfügt. Ihr nimmt der Hörer ihre Rolle noch am ehesten ab, wenngleich sie streng betrachtet ein wenig zu jung für die gereifte Mätresse ist.

Wie zur Abrundung dieser mißlichen Eindrücke kommen drei weitere Auffälligkeiten hinzu: Die Aufnahme erschien bei Arte Nova auf zwei CDs, obwohl die gesamte Spieldauer problemlos auf einer CD unterzubringen gewesen wäre - dieses Manko wurde dann bei der Oehms Classics-Ausgabe auch behoben. Dafür wartete man mit einer neuen Angabe bezüglich des Orchesters auf: anstatt wie bei der Arte Nova-Edition spielt hier nicht mehr das Symphonie-Orchester Burgenland, sondern das Festival Orchestra Mörbisch. Außerdem wird bei Oehms Classics plötzlich der mitwirkende Chor genannt, eine Angabe, auf die man bei Arte Nova gänzlich verzichtete. Auch bei solchen Punkten wünscht sich ein Hörer mehr Sorgfalt, liebe Mörbischer!

Die Aufnahme ist jedoch schon allein auf Grund der Interpretation kein Anwärter für die ersten Plätze im Katalog der »Pariser Leben«. Die belegt wieder einmal mehr Frankreich.

[ Marcus Ebeling ]




Die Seefestspiele Mörbisch (angeblich das "Mekka der Operette") produzierten diese Einspielung. Ob Übersetzung, Dirigat oder Sängerleistungen, alles kommt in jeder Hinsicht provinziell daher. Lediglich Martina Serafin als Metella hebt sich hier etwas ab.

[ Michael Laricchia • 10.05.06 ]





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 • © September 2004 •