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CD (Arte Nova) |
CD (Oehms Classics) |
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Anmerkungen:
Spielzeit: Ouvertüre & 1. Akt [21'45"] • 2. Akt [20'15"] • 3. Akt [18'45"] • Einlage [03'15"] • 4. Akt [11'45"] Folgende Änderungen finden sich in dieser Aufnahme:
* Als Orchester wird im Beiheft der CD-Ausgabe von Arte Nova das Symphonie-Orchester Burgenland, in der Edition Oehms Classics das Festival Orchestra Mörbisch angegeben. |
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Kommentare: Dominiert von einer wirklich schlechten, dumpfen Tonqualität kann die österreichische Version des »Pariser Lebens« auch interpretatorisch nicht überzeugen. Das Dirigat wirkt zwar, als wolle man Offenbach gerecht werden (so zum Beispiel auch durch das Öffnen gängiger Striche), aber letztenendes bleibt es dann leider beim Wirken. Die Tempi sind überwiegend schleppend genommen und viele Instrumente lassen sich nicht differenziert heraushören. Ob dies im Einzelfall an Versäumnissen des Dirigats oder an der Aufnahmequalität liegt, kann dabei abschließend gar nicht beurteilt werden. Was dieser Produktion aber in jedem Fall fehlt, ist der Schwung eines veritablen »Vie Parisienne« - und der wird nicht dadurch erreicht, daß man aus dem hinterwäldlerischen Gutsherrenehepaar aus Schweden nunmehr "Lord und Lady MacDonald" macht. Dieser Stimmung schließen sich die Sänger leider an. Sie pendeln zwischen Sprechgesang und völlig unpassenden Spitzenton-Ausbrüchen hin und her, singen im übrigen aber brav - zu brav, so daß weder die Solisten noch der Chor Höhepunkte zu setzen vermögen. Hinzu kommt, daß man ihnen teilweise neue Texte schrieb und diese nun in ihrer Gesamtheit völlig uneinheitlich sind. Andreas Schindler versucht mit allen Mitteln, charmant und weltmännisch zu wirken, aber er kämpft auf verlorenem Posten. Sein Raoul de Gardefeu kann nicht anders, als über die neuen Texte zu stolpern, und auch die Stimme ist nicht beweglich genug. Der Bobinet dieser Einspielung zeigt da etwas mehr Profil. Klaus Hannes Brock verfügt über eine schlanke, angenehme Stimme und es fällt ihm deutlich leichter, dem Bonvivant Leben einzuhauchen. Auch Hlín Pétursdottir zieht ihre Gabriele gerade noch aus der Affäre, wenngleich gerade sie zu oft durch Spitzentöne glänzen möchte (und leider klingt dies immer sehr bemüht). Richtig punkten kann allein Martina Serafin (Metella) mit einer Stimme, die über Klang und Ausdruck verfügt. Ihr nimmt der Hörer ihre Rolle noch am ehesten ab, wenngleich sie streng betrachtet ein wenig zu jung für die gereifte Mätresse ist. Wie zur Abrundung dieser mißlichen Eindrücke kommen drei weitere Auffälligkeiten hinzu: Die Aufnahme erschien bei Arte Nova auf zwei CDs, obwohl die gesamte Spieldauer problemlos auf einer CD unterzubringen gewesen wäre - dieses Manko wurde dann bei der Oehms Classics-Ausgabe auch behoben. Dafür wartete man mit einer neuen Angabe bezüglich des Orchesters auf: anstatt wie bei der Arte Nova-Edition spielt hier nicht mehr das Symphonie-Orchester Burgenland, sondern das Festival Orchestra Mörbisch. Außerdem wird bei Oehms Classics plötzlich der mitwirkende Chor genannt, eine Angabe, auf die man bei Arte Nova gänzlich verzichtete. Auch bei solchen Punkten wünscht sich ein Hörer mehr Sorgfalt, liebe Mörbischer! Die Aufnahme ist jedoch schon allein auf Grund der Interpretation kein Anwärter für die ersten Plätze im Katalog der »Pariser Leben«. Die belegt wieder einmal mehr Frankreich.
[ Marcus Ebeling ]
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Die Seefestspiele Mörbisch (angeblich das "Mekka der Operette") produzierten diese Einspielung. Ob Übersetzung, Dirigat oder Sängerleistungen, alles kommt in jeder Hinsicht provinziell daher. Lediglich Martina Serafin als Metella hebt sich hier etwas ab.
[ Michael Laricchia • 10.05.06 ]
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