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LP (Polydor) |
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Anmerkungen:
Spielzeit: Ouvertüre & 1. Akt [23'15"] • 2. Akt [22'00"] • 3. Akt [22'30"] • 4. Akt [03'45"] • 5. Akt [15'15"] Laurent Petitgirard begründet die Notwendigkeit einer musikalischen Neufassung mit dem Fehlen jeglichen originalen Notenmaterials für ein Orchester. Seine Bearbeitung bietet eine neue Orchestrierung aller Nummern sowie die Erweiterung vieler Stücke um unbekannte Melodiebögen. Ebenfalls unter dem Dirigat von Laurent Petitgirard entstand: |
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Kommentare: Eines muß man Laurent Petitgirard lassen: seine Bearbeitung der Partitur, welche er damit begründet, daß es keine zuverlässige Orchestrierung gäbe, zeugt von absoluter Ernsthaftigkeit dem musikalischen Witz Offenbachs gerecht zu werden. So bietet diese Einspielung dann auch viele neue, reizvolle Momente, ohne daß diese störend oder gewollt wirkten. Petitgirard dirigiert mit leichter Hand, nur selten nimmt er die Tempi ein wenig zu sehr zurück. Und hier und da - das fällt in den Finali dann doch ins Gewicht - ist die Orchestrierung recht sparsam geraten, so daß das Orchester sich bemühen muß, nicht hinter den Stimmen des Chores verlorenzugehen. Das elegante Dirigat wird durch die Sänger großenteils unterstützt. Jacques Tayles sorgt für einen stimmlich angenehmen und sehr beweglichen Bobinet, so daß Patrick Minards Raoul de Gardefeu nicht ganz mithalten kann: oft klingen seine Passagen ein wenig angestrengt und Spitzentönen wird dann und wann mit Ansätzen von Sprechgesang ausgewichen. Eine sehr besondere Gabrielle liefert Danièle Chlostawa: nicht nur, daß sie ein bravouröses Rondo präsentiert, denn darüber hinaus wartet sie in ihrer Tyrolienne im zweiten Finale mit einem wirklichen Jodler auf. Das ist zwar so französisch wie Handkäs mit Musik, aber der Gutsherr aus Schweden wird dies eh nicht bemerken. Von Renée Auphans schöner Stimme hätte man sich ein bißchen mehr Ausdruck, ein wenig mehr Identifikation mit der Rolle erhofft. So bekommt Métella sehr wenig Profil und die beiden Nummern dieser Rolle, die soviel Platz für Charakterisierung bieten, bleiben nur schön anzuhörende Arien. Alles in allem - so bleibt festzuhalten - wurde das Klassenziel trotz engagierter Ansätze nicht ganz erreicht. Die Aufnahme ist eine interessante Ergänzung der Sammlung, aber die Höhepunkte des Kataloges teilen andere unter sich auf.
[ Marcus Ebeling ]
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Zuerst die gute Nachricht: Rund ein Vierteljahrhundert vor der Keck-Ausgabe (OEK) hat Dirigent und Arrangeur Laurent Petitgirard hier verschiedene Stellen reinstalliert, am bemerkenswertesten davon eine Passage im Auftritt des Brasilianers, die fanfarenähnlich schon in Manuel Rosenthals »Gaîté Parisienne« aufklingt. Zum ersten Mal ertönt hier auch eine erweiterte Fassung des Eisenbahnerchors, des »Fermons les yeux« und anderes. Die schlechte Nachricht sind Petitgirards geschmäcklerische Eingriffe. Das Umfeld von Offenbachs hundertstem Todestag brachte mehrere Huldigungen hervor, vom Highlight der Plasson' schen »Orphée«-Einspielung bis in die neckischen Niederungen der französischen TV-Biographie »Les Folies Offenbach«. Ebendort machte der Dirigent auch als Arrangeur auf sich aufmerksam. Ähnlich klingt dieses »Vie Parisienne«, das wie andere Bearbeitungen auf der schon damals irrigen Behauptung beruht, es gäbe keine Originalpartitur. Die Celesta, die eine Operettenverträumtheit der 50er und 60er Jahre beschwört, bleibt glücklicherweise im Hintergrund. Doch es dominiert auch an den großen Ensemblestellen ein warmer, intimer Klang, der keinerlei Funkeln zulässt. Überdeutlich wird das im Finale IV (»Et voilà«), das mit dem Chor »Feu partout« gekreuzt wird und wo eine schwere Posaune, unterstützt vom Taktschlagen der Pauke, ein fast bizarres Klanggemenge übertönt. Michel Roux gibt wie schon 1953 unter Jules Gressier einen tadellosen Gondremarck, und auch der Rest des Ensembles ist von gehobener Qualität. Kurz: Eine Produktion voll guter Zutaten, die durch Eigenzutaten verdorben wird.
[ leider anonym • 15.02.08 ]
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