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LP (Decca) |
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Aufnahme: Gesamtaufnahme in französischer Sprache Produktion: Decca - 1974 2 LP - quadrophon Katalog-Nr.: LP (Decca): 125.011/12 |
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Anmerkungen:
Spielzeit: 1. Akt [20'00"] • 2. Akt [25'45"] • 3. Akt [23'00"] • 4. Akt [16'45"] Jean Marsan und Raymond Vogel schufen eine Neufassung des »Vie Parisienne«, in der viele Nummern ausgelassen, gekürzt, umgestellt, in jedem Fall aber von François Rauber neu orchestriert wurden. In den 3. Akt wurde »Mon oncle, ne vous fâchez pas« (Gustaves Couplet aus »Pomme d'Api«), ebenfalls neu orchestriert und mit neuem Text versehen, eingelegt. In den 4. Akt wurden »J'entends, ma belle« (Rositas Couplet aus »Un Mari à la Porte«) und »J'en prendrai un, deux, trois« (Pomme d'Apis Couplet aus dem gleichnamigen Einakter) eingelegt. Auch diese Nummern erhielten erhielten neben einem neuen Text eine musikalische Überarbeitung. |
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Kommentare: Obwohl diese Bearbeitung stark in Reihenfolge und Orchestrierung der Nummern der originalen Partitur eingreift, geht von ihr gleichwohl ein nicht zu leugnender Charme aus. Die neuen Klänge wirken teilweise etwas zu gefällig, aber viele Passagen unterstützen Offenbachs musikalischen Witz durchaus. Das Dirigat François Raubers ist tadellos. Mit leichter Hand und einem Gespür für die pfiffigen Momente führt er das namentlich nicht genannte Orchester durch die neue Partitur, welche 1974 die Grundlage einer Reihe von Aufführungen im Salle Favart war. Den Tutti und Stretti läßt er die gleiche Sorgfalt angedeihen wie den leisen Tönen, welche die Nummern bisweilen angenehm zärtlich erscheinen lassen. Man wünscht sich, es wäre mit ihm am Pult zu einer Einspielung des originalen »Vie Parisienne« gekommen. Henri Gui (Bobinet) und Michel Caron (Raoul de Gardefeu) strahlen den überzeugenden Charme zweier Lebemänner aus - so überzeugend, daß man verstehen kann, warum die Gondremarcks das von den beiden angezettelte Verwirrspiel schließlich zu verzeihen bereit sind. Auch stimmlich sind sie sich ebenbürtig: die Bonvivants klingen schlank, beweglich und auch in den hohen Lagen sicher und klangvoll. Einen leichten Punktabzug muß sich die Gabrielle Nicole Broissins gefallen lassen: die Partie wird samt den Koloraturen zwar weitgehend hörenswert abgeliefert (und in der Tyrolienne des 2. Aktes gibt es beeindruckende Jodler zu hören), aber das Timbre Madame Broissins ist bisweilen etwas schnarrend. Gut besetzt ist die Métella mit Danièle Millet, die sich vier Jahre zuvor als Hélène unter Jean-Pierre Marty bewährte. Die Mätresse klingt reif genug und gleichwohl noch kokett. Erwähnenswert sind die in die Aufnahme integrierten Geräusche, die von den einfahrenden Zügen im 1. Akt über den gerissenen Gehrock und die ploppenden Sektkorken im 3. Akt bis hin zum Gepolter des heimkehrenden Barons im 4. Akt sämtlich drollig gestaltet sind und die Produktion sehr plastisch wirken lassen. Was haben wir also? Ein »Vie Parisienne«, welches durch die musikalischen Eingriffe stellenweise etwas zu flach gerät, im Übrigen aber mit einem guten Dirigat, engagierten Sängern und einer für eine Schallplattenproduktion recht lebendigen Inszenierung aufwartet. Vielleicht ist diese Einspielung kein muß für die Offenbach-Abteilung im Schallplattenschrank, das Prädikat "hörenswert" hat sich sich jedoch allemal verdient.
[ Marcus Ebeling ]
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