Kommentare:
Auf den ersten Eindruck macht es diese Aufnahme dem Hörer nicht leicht, sich mit ihr
anzufreunden: das Blümchen-Cover läßt schlimmste Entgleisungen erwarten und die erste
Nummer der zusammengestellten Einspielungen scheint dies zu bestätigen. In einer
Bearbeitung, die problemlos jedem Werbespot gerecht werden würde, erklingt die
instrumentale Version der "Barcarole" und läßt den gequälten Hörer schon beherzt zum
CD-Spieler greifen, um den Silberling zu wechseln.
Aber dies wäre ein Fehler, denn das Ausharren bis zu den folgenden 15 Titeln macht den
anfangs rein negativen Eindruck mehr als wett.
Die eingesetzten Dirigenten, allen voran Miroslav Homolka, präsentieren einen derart
schwungvollen und filigranen Offenbach, daß man das Cover und die einleitende Nummer
schnell zu verzeihen bereit ist. Leider vereitelt bisweilen der etwas blasse Klang
einen endgültigen Eindruck von den offensichtlichen Qualitäten des Dirigats und der
Ausgewogenheit des Orchesters.
Stimmlich gilt es hier und da, kleine Abstriche zu machen, denn bisweilen klingen die
Solisten ein wenig angestrengt. Eine beeindruckende Ausnahme hiervon bildet allerdings
das »Belle nuit« mit den Stimmen von Drahomíra Drobková und Daniela Sounová, welche
großartig miteinander verschmelzen.
So bietet diese Kompilation tschechischer Aufnahmen wirkliche kleine Preziosen, dies
schon auch deshalb, weil man sich auch den etwas seltener gespielten Werken wie »Les
Brigands« und »La Princesse de Trébizonde« annahm. Ergänzt durch die durchweg
hörenswerten Interpretationen verdient sich diese Aufnahme auf jeden Fall vier
Dirigenten.
[ Marcus Ebeling ]
|