La Périchole

Version von 1874

Dirigent: Marc Soustrot

& Jane Rhodes und Georges Liccioni in Concert



CD (Gala)




Mitwirkende:

la Périchole Maria Ewing
Piquillo Neil Rosenshein
Don Andrès de Ribeira Gabriel Bacquier
Don Pedro de Hinoyosa Paolo Martinelli
le Comte de Panatellas Riccardo Cassinelli
Guadalena Madelyn Renée
Berginella Monique Barscha
Mastrilla Nicole Buloze
1. Notar Charles Ossola
2. Notar Samuel Hasler
Manuelita Madelyn Renée
Ninetta Monique Barscha
Brambilla Nicole Buloze
der Schließer Charles Ossola
der alte Gefangene Jean-Paul Muel
Choeur du Grand Théâtre de Génève
Leitung: Paul-André Gaillard

Orchestre de la Suisse Romande
Dirigent: Marc Soustrot

Aufnahme:
Gesamtaufnahme
in französischer Sprache

Produktion:
Gala - 1982, Genf
2 CD - mono, live

Katalog-Nr.:
CD (Gala): GL 100.786



Anmerkungen:

Spielzeit: Ouvertüre & 1. Akt [33'30"] • 2. Akt [18'30"] • 3. Akt [36'00"]

Die Spielzeit des 3. Aktes verlängert sich dadurch, daß das Finale des 2. Bildes durch Wiederholungen von charakteristischen Nummern aus allen drei Akten ergänzt wurde.

Diese Edition umfaßt weiterhin:

Ebenfalls unter dem Dirigat von Marc Soustrot entstand:

Bei der genannten DVD-Ausgabe handelt es sich um den Live-Mitschnitt der Bühnenproduktion. Für die vorliegende CD-Ausgabe wurden die Dialoge fast vollständig, die Melodramen geringfügig geschnitten.




Kommentare:


Dieser rein akustische Teil des Aufführungsmitschnitts demonstriert trotz (oder gerade wegen?) des fehlenden visuellen Eindrucks, wie ernst es den Musikern und Sängern mit dem Humor, welchen Offenbach, Meilhac & Halévy in diesem Werk angelegt haben, war.

Souverän und mit präzisem Schwung dirigiert Marc Soustrot das Orchester durch die unterhaltsamen drei Akte, und so liefert er den Sängern eine großzügige Plattform für die Interpretationen ihrer Rollen. Allein deshalb ist diese Aufnahme hörens- und empfehlenswert.

Maria Ewing ist eine stimmlich nicht zu beanstandende Périchole, die ihre Aufgabe, komisch zu sein, ernst nimmt. Hin und wieder zeigt sie etwas zu sehr "große Oper" und man ist sich nicht sicher, ob die überzogene Dramatik von ihr gewollt oder ungewollt ausgeht. An ihrer Seite Neil Rosenshein, ein liebenswerter, stimmlich angenehmer, wenn auch insgesamt zu heldischer Tenor, der sich oft verleiten läßt, die dezenten Momente des Werkes durch zu dramatischen Ausdruck in der Stimme hervorzuheben. Offenbach-Veteran Gabriel Bacquier schlüpft in die Rolle des verliebten Don Andrès, den Jérôme Savary in seiner Inszenierung in so übertrieben komische Kostüme steckt, daß man sich bisweilen in einem Kindermärchen wähnt. Gerade an diesen Stellen ist es von Vorteil, daß visuelle Irritationen gar nicht erst entstehen können. Stimmlich und interpretatorisch - wie könnte es bei so einem verdienten Vertreter der Discographie anders sein - ist seine Leistung vorbildlich.

Der Klang ist monophon, aber innerhalb dieses Rahmens ausgewogen.

Bleibt anzumerken, daß auf die Dialoge der Inszenierung verzichtet wurde. So beginnen und enden die einzelnen Nummern bisweilen mit recht ruppigen Schnitten. Allerdings wäre es wohl auch unangemessen gewesen, die gut 130 Minuten Aufführungsdauer unbearbeitet für die CD-Fassung zu übernehmen - und so kommt diese dann auch mit knapp 90 Minuten Spielzeit aus.

Fazit: auch bei mittelmäßigem Klang und fehlendem optischen Eindruck verdient diese Produktion vier Dirigenten.

[ Marcus Ebeling ]





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 • © März 2008 •