Le Violoneux

& Les Deux Aveugles

Dirigent: Louis-Vincent Bruère



LP (Bourg)


CD (Bourg)



Mitwirkende:

Reinette Marie Modeste
Pierre Gilles Butin
Mathieu Christophe Mortagne

Orchestre
Dirigent: Louis-Vincent Bruère

Musikalische Bearbeitung:
Louis-Vincent Bruère
Aufnahme:
Gesamtaufnahme ohne Dialoge
in französischer Sprache

Produktion:
Bourg - 1981
1 LP / 1 CD - stereo

Katalog-Nr.:
LP (Bourg): BG 2003
CD (Bourg): BGC 9



Anmerkungen:

Spielzeit: [24'30"]

Auf einem separaten Faltblatt, das dem Klappcover der LP beiliegt, findet sich der gesamte Text des Einakters.

Ebenfalls unter dem Dirigat von Louis-Vincent Bruère entstanden:

Die erwähnte Einspielung der »Deux Aveugles« findet sich ebenfalls auf der LP und auch auf der CD, »Croquefer« hingegen nur auf der CD.




Kommentare:


Wie so oft in Offenbachs unbekannteren Werken verbergen sich auch hier wunderbare Melodien, seien es nun humorvolle Couplets oder sehnsüchtig-traurige Lieder. Entgegen dem ebenfalls auf dieser LP / CD enthaltenen Einakter »Les Deux Aveugles« hätte man sich bei der vorliegenden Einspielung allerdings auch ein Orchester in einer Größe gewünscht, die Offenbach seinerzeit vorgesehen hatte. Die Bearbeitung Louis-Vincent Bruères, welche abermals das Orchester erheblich reduziert, nimmt den einzelnen Nummern ein wenig das Volumen, obwohl seine Arbeit unter den Bearbeitungen sicherlich zu den besseren zählt. Gleichwohl: es bleibt ein Abbild des Originals ...

Das Dirigat Bruères ist mitreißend, ohne dabei gehetzt zu wirken. Er beweist auch hier ein Händchen für den in der Musik verborgenen Witz, was Tempi, Orchesterführung und eben auch die Beabeitung offenbaren. Aufgrund der wenigen Musiker ist jede Orchesterstimme leicht herauszuhören, so daß jeder noch so kleine Fehler leicht zu entdecken wäre. Aber gerade hier fällt angenehm die Präzision des kleinen Ensembles auf - ein wirkliches Hörvergnügen.

Marie Modeste erinnert zeitweilig mit ihrem Timbre an die Schlagersängerin Mireille Mathieu, denn sie wartet bisweilen mit bedrohlichen Tremoli in der Stimme auf. Aber nachdem sich der Hörer ein wenig daran gewöhnt hat, läßt sich die Partie der Reinette durchaus genießen. Besonders im Zusammenklang mit Gilles Butin bewährt sich Madame Modeste durchaus. Dem Pierre Gilles Butins hätte hier und da etwas mehr Verve nicht schaden können, aber in der Gesamtschau schlägt auch er sich gut. Versierter wirkt auf jeden Fall der Père Mathieu Christophe Mortagnes, der stimmsicher und mit einem schön klingenden Timbre daherkommt.

Fazit: nicht nur wegen der selten aufgeführten / eingespielten Werke Offenbachs, sondern auch wegen der Interpretationen von Dirigent und Sängern verdient diese Produktion eine Hörempfehlung.

[ Marcus Ebeling ]





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 • © Mai 2006 •