|
LP (His Masters Voice) |
LP (Angel) |
LP (EMI) |
|
CD (EMI) |
|
Aufnahme: Auszüge in englischer Sprache Produktion: His Masters Voice - 1960 1 LP / 2 CD - stereo Katalog-Nr.: LP (His Masters Voice): CSD 1316 LP (Angel): 35903 LP (EMI): CFP 4539 CD (EMI): 7243 5 75999 2 4 |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Anmerkungen:
Spielzeit: Ouvertüre & 1. Akt [34'45"] • 2. Akt [16'30"] Folgende Nummern finden sich - natürlich in englischer Sprache - in der Auswahl dieser Aufnahme:
* Als Ouvertüre wurde für die vorliegende Aufnahme die Konzertfassung von Carl Binder eingespielt. ** Das Spottlied auf Jupiters irdische Eskapaden wird in den verschiedenen Einspielungen immer wieder von einem anderen Gott / einer anderen Göttin begonnen. In der vorliegenden Aufnahme ist es Cupido. Zusätzlich findet sich auf der CD-Ausgabe: Ebenfalls unter dem Dirigat von Alexander Faris entstand:Die letztgenannte Produktion ist gemeinsam mit der vorliegenden Aufnahme ebenfalls in der CD-Edition enthalten. |
|
Kommentare: »Orpheus in the Underworld« - wieder einmal zeigt es sich, was für eine unterhaltsame Symbiose der britische Humor und die französische Musik des 19. Jahrhunderts eingehen können. Während in deutschen Offenbach-Produktionen Esprit und Charme doch so meist auf der Strecke bleiben, erschaffen die Engländer Einspielungen von maßstabsetzender Qualität. Wenngleich die männlichen Charaktere oft einen leicht shakespearesken Tonfall aufweisen: die Interpretation läßt weder instrumental noch stimmlich Wünsche offen. Alexander Faris, der auch eine äußerst lesenswerte Offenbach-Biographie veröffentlicht hat, beweist sowohl hier als auch in der nur drei Jahre später entstandenen Aufnahme des »Parisian Life« seine Vorliebe für Offenbach. Temporeich, aber nie gehetzt, fliegt das Orchester über die Partitur, besonders die Ensemblepassagen geraten dabei unvergeßlich. Eine wirklich ausgezeichnete Stimme bringt June Bronhill mit, deren Eurydice alle Frauenrollen der Aufnahme überstrahlt (im Duett des 1. Aktes leider stellenweise auch ein wenig den ansonsten jugendlich-frischen Orpheus Kevin Millers). Jon Weavings Pluto hat Format, was selbst in den wenigen Nummern, welche diese Aufnahme dem Beherrscher der Unterwelt läßt, deutlich wird. Der Jupiter, welchen Eric Shilling präsentiert, scheint direkt aus einem der Shakespeare' schen Dramen zu stammen: Akzent und Habitus verleihen dem Göttervater eindeutig britische Würde, was aber dem Hörvergnügen keinen Abbruch tut. Einen kleinen Punktabzug könnte höchstens die Tatsache bedeuten, daß hier wie so oft nicht die originale Ouvertüre, sondern wieder einmal das Themen-Potpourri Carl Binders eingespielt wurde, Dauerbrenner in allen Kur-Orchestern der Welt. Wer jedoch auch nur einmal die ursprünglichen Ouvertüren Offenbachs gehört hat - sei es nun die der ersten Version des »Orphée« von 1858 oder die der vieraktigen Fassung von 1874 - wird Binders dann doch eher mittelmäßigem Aufguß nie wieder den Vorzug geben. Doch sei Alexander Faris und dem Ensemble des Sadler's Wells Theatre dieser kleine Patzer mit der falschen Ouvertüre im Hinblick auf die hervorragenden restlichen 40 Minuten dieser Produktion verziehen.
[ Marcus Ebeling ]
|
|
Diese Aufnahme ist adäquat besetzt und wird von Alexander Faris flott dirigiert. Als englischsprachige Produktion muß sich dieser Querschnitt aber den Vergleich mit der Gesamtaufnahme in englisch unter John Owen Edwards gefallen lassen. Und da zeigen sich dann doch Qualitätsunterschiede: Edwards dirigiert wesentlich dynamischer und die englische Übersetzung von Jeremy Sams ist der von Geoffrey Dunn an pointiertem Witz weit überlegen.
[ Michael Laricchia • 19.11.2006 ]
|
|