Orphée aux Enfers

Version von 1858


Dirigent: René Leibowitz





Mitwirkende:

Orphée Jean Mollien
Eurydice Claudine Collart
die öffentliche Meinung Violette Journeaux
Pluton André Dran
Cupidon Simone Pebordes
Vénus Monique Chalot
Jupiter Bernard Demigny
Diane Janine Lindenfelder
Minerve Anne-Marie Carpentier
Junon Anne-Marie Carpentier
Mars Lucien Mans
Mercure André Jonqueres
Morphée André Jonqueres
John Styx Jean Hoffmann

Choeurs
Leitung: René Alix

Orchestre Philharmonique de Paris
Dirigent: René Leibowitz
Aufnahme:
Gesamtaufnahme
in französischer Sprache

Produktion:
Renaissance - 1951, Paris
2 LP / 2 CD - mono

Katalog-Nr.:
LP (Renaissance): SX 204
LP (Musidisc): CV 944, 945
LP (Festival): 261
CD (Line Music): 5.00405



Anmerkungen:

Spielzeit: Ouvertüre & 1. Akt [56'00"] • 2. Akt [34'45"]

Die bei Musidisc erschienene Edition besteht aus zwei separaten LP's, die jeweils ein Cover erhielten.

Die CD-Ausgabe weist einen Schreibfehler auf: irrtümlich heißt es auf dem Cover "Orphée aux Anfers" statt "Orphée aux Enfers".

Ebenfalls unter dem Dirigat von René Leibowitz entstanden:

Kommentar:


René Leibowitz ist einer der wenigen Dirigenten, die sich Offenbachs Werk mehrmals gewidmet haben und bei denen es sich auch vollumfänglich lohnte. Den Grundstein bildete der vorliegende "Orphée", eine der allerersten im Studio produzierten Gesamtaufnahmen aus dem Offenbach-Katalog.

Leibowitz führt Sänger und Orchester genießerisch durch die Partitur, muß sich dabei allerdings auch manchmal die Frage nach ungewöhnlich breiten Tempi gefallen lassen. Seltsamerweise gebricht es der Aufnahme trotz dieser berechtigten Fragen nicht an Schwung, im Gegenteil: man kann sich des Gefühls nicht erwehren, daß hier ein fundierter Maßstab gesetzt wurde, den Leibowitz' Nachfolger erst einmal wieder erreichen sollten. Man spürt, daß Leibowitz seine Aufgabe, eine opéra bouffe einzuspielen, wirklich ernst nahm.

Wieder beweisen sich die Vorzüge einer Produktion, in der Sänger in ihrer Muttersprache agieren. Sowohl der gesangliche Teil als auch die Dialoge sind von problemloser Diktion getragen und wirken so sehr flüssig. Claudine Collart stattet ihre Eurydice mit einer zarten und sanften Stimme aus, begleitet von einem ebenfalls eher weichen Orpheus Jeans Molliens. Nahtlos reihen sich André Dran mit seinem charmanten Pluto und Bernard Demigny als besorgt-pedantischer Jupiter in die postive Unaufdringlichkeit der Protagonisten ein.

Das Entscheidende dieser Aufnahme liegt gerade in der Leistung der Künstler als Teil des Ensembles. Diese Produktion ist Lichtjahre entfernt von den kühlen, über Monate zusmmengeschnittenen und zu einer Aufnahme kombinierten Starauftritten internationaler Künstler, die sich - der digitalen Schnitttechnik sei dank - nicht einmal während der Produktion sehen mußten.

Die Erstausgabe dieser Einspielung erschien leider mit einem sehr oberflächlichen Cover, welches Offenbach wieder einmal auf den Galopp - oder eben fälschlicherweise: Cancan - des 2. Aktes reduzierte. Gleichwohl erhielt die Aufnahme ein zweisprachiges Textheft, ein Luxus der in der 50er Jahren des 20. Jahrhunderts nur wenigen Editionen zuteil wurde. Die Musidisc-Ausgabe besteht wiederum aus zwei Schallplatten mit separaten Hüllen.



zurück zur Übersicht "Orphée aux Enfers"