|
|
|
|
|
|
|
Aufnahme: Gesamtaufnahme in französischer Sprache Produktion: Renaissance - 1951, Paris 2 LP / 2 CD - mono Katalog-Nr.: LP (Renaissance): SX 204 LP (Musidisc): CV 944, 945 LP (Festival): 261 CD (Line Music): 5.00405 |
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Anmerkungen: Spielzeit: Ouvertüre & 1. Akt [56'00"] • 2. Akt [34'45"]
Die bei Musidisc erschienene Edition besteht aus zwei separaten LP's, die jeweils ein
Cover erhielten.
Kommentar: René Leibowitz ist einer der wenigen Dirigenten, die sich Offenbachs Werk mehrmals gewidmet haben und bei denen es sich auch vollumfänglich lohnte. Den Grundstein bildete der vorliegende "Orphée", eine der allerersten im Studio produzierten Gesamtaufnahmen aus dem Offenbach-Katalog. Leibowitz führt Sänger und Orchester genießerisch durch die Partitur, muß sich dabei allerdings auch manchmal die Frage nach ungewöhnlich breiten Tempi gefallen lassen. Seltsamerweise gebricht es der Aufnahme trotz dieser berechtigten Fragen nicht an Schwung, im Gegenteil: man kann sich des Gefühls nicht erwehren, daß hier ein fundierter Maßstab gesetzt wurde, den Leibowitz' Nachfolger erst einmal wieder erreichen sollten. Man spürt, daß Leibowitz seine Aufgabe, eine opéra bouffe einzuspielen, wirklich ernst nahm. Wieder beweisen sich die Vorzüge einer Produktion, in der Sänger in ihrer Muttersprache agieren. Sowohl der gesangliche Teil als auch die Dialoge sind von problemloser Diktion getragen und wirken so sehr flüssig. Claudine Collart stattet ihre Eurydice mit einer zarten und sanften Stimme aus, begleitet von einem ebenfalls eher weichen Orpheus Jeans Molliens. Nahtlos reihen sich André Dran mit seinem charmanten Pluto und Bernard Demigny als besorgt-pedantischer Jupiter in die postive Unaufdringlichkeit der Protagonisten ein. Das Entscheidende dieser Aufnahme liegt gerade in der Leistung der Künstler als Teil des Ensembles. Diese Produktion ist Lichtjahre entfernt von den kühlen, über Monate zusmmengeschnittenen und zu einer Aufnahme kombinierten Starauftritten internationaler Künstler, die sich - der digitalen Schnitttechnik sei dank - nicht einmal während der Produktion sehen mußten. Die Erstausgabe dieser Einspielung erschien leider mit einem sehr oberflächlichen Cover, welches Offenbach wieder einmal auf den Galopp - oder eben fälschlicherweise: Cancan - des 2. Aktes reduzierte. Gleichwohl erhielt die Aufnahme ein zweisprachiges Textheft, ein Luxus der in der 50er Jahren des 20. Jahrhunderts nur wenigen Editionen zuteil wurde. Die Musidisc-Ausgabe besteht wiederum aus zwei Schallplatten mit separaten Hüllen. |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||