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LP (EMI) |
LP (Amiga) |
CD (EMI, 1988) |
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CD (EMI, 1994) |
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Anmerkungen:
Spielzeit: Ouvertüre & 1. Akt [62'00"] • 2. Akt [28'30"] Als Ouvertüre wurde für die vorliegende Aufnahme die Konzertfassung von Carl Binder eingespielt. In der Aufnahme fehlen das Finale 2. Akt, 1. Bild sowie Eurydikes Couplet »J'ai vu le dieu Bacchus«. Ebenfalls unter dem Dirigat von Willy Mattes entstanden: |
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Kommentare: Über jeder Kritik an den Aufnahmen von Offenbachs populärsten Werken durch Willy Mattes steht dessen Verdienst, wenigstens um halbwegs authentische Produktionen bemüht gewesen zu sein. Während es unzählige willkürlich umorchestrierte und bearbeitete Verirrungen im Katalog deutscher Offenbach-Einspielungen gibt, orientierte sich Mattes immerhin an den - wenn auch nicht immer originalgetreuen - deutschen Partituren und spielte diese weitgehend vollständig ein. So entstanden unter seiner Stabführung neben vorliegendem »Orpheus« noch »Die schöne Helena« und »Pariser Leben«. Gleichwohl leidet auch diese Produktion an einigen nicht unerheblichen Mängeln, welche den Hörgenuß durchaus spürbar trüben: so beginnt die Einspielung beispielsweise mit der Konzertouvertüre von Carl Binder, obwohl selbst zum Aufnahmezeitpunkt bekannt war, daß Offenbach selbst eine ganz andere Einleitung für den »Orphée« komponiert hatte - ein Zugeständnis an die populärere, aber kompositorisch einfallslosere Fassung Binders. Hinzu kommen einschneidende Striche im 2. Akt (Finale des 1. Bildes, Bacchus-Couplet der Eurydike), welche bei der Länge - oder sollte man besser sagen: Kürze - des 2. Aktes deutlich an dessen Substanz kratzen. Das Dirigat Mattes' ragt zudem auch nur schwach aus der deutschen Gemütlichkeit heraus, mit der man sich hierzulande Offenbach anzunehmen pflegt. Nur an einigen wenigen Stellen blitzt es offenbachiesk auf, so beispielsweise im Revolutionschor, dem Finale des 2. Bildes des 1. Aktes oder aber im Höllenchor. Anneliese Rothenberger, der manchmal ein wenig die Keckheit fehlt, bewährt sich alles in allem als geplagte Ehegattin und liefert einen klangvollen Tod in den Armen Plutos, der - völlig falsch im Hinblick auf die Vorgabe - hier als hämischer Teufel daherkommt. Ferry Gruber vermeidet leider jeden Anschein des verführerischen Charmeurs und gewieften Intriganten, obwohl genau das den Gott der Unterwelt in Offenbachs »Orphée« ausmacht. Gleichwohl ist ihm zu attestieren, daß er wie in fast allen Rollen Pluto zumindest einen glaubwürdigen Charakter verleiht. Adolf Dallapozzas weiche Stimme gibt seinem Orpheus ein sympathisches Profil, allein in den Dialogen nimmt er seine Aufgabe zu leicht und degradiert die Titelfigur stellenweise zu einem albernen Einfaltspinsel. Auch der Jupiter, den Benno Kusche präsentiert, ist leider nicht ganz frei von plakativer Komik, dies sei aber im Hinblick auf das wirklich amüsante Fliegenduett und die ausdrucksvolle Stimme Kusches verziehen. Geradezu prophetisch erweisen sich die Cover der LP-Ausgaben: in biederen Goldrahmen stehen die Bilder der Protagonisten vor dem Hintergrund einer geblümten Stofftapete ... und einmal mehr stellt sich die Frage, wann die Deutschen endlich lernen, die "Operette" - wenn man dieses hier völlig unzutreffende Wort hier schon benutzen will - ernst zu nehmen. Nebenbei: Bei der Gestaltung der Amiga-Ausgabe hatte man entweder keine Lust oder nicht die technische Möglichkeit, das EMI-Logo aus dem Cover zu retuschieren. So legte man einfach einen - absolut plump - in das Bild ragenden Rahmen über das Ganze, um sich so des Problems zu entledigen.
[ Marcus Ebeling ]
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Im Vergleich zu den meisten anderen deutschsprachigen Einspielungen Offenbach' scher Werke ist dieser »Orpheus« erstaunlich gut gelungen. Dazu trägt im wesentlichen die Besetzung bei: Adolf Dallapozza singt einen erstklassigen Orpheus, Benno Kusche als Jupiter, Gisela Litz als Öffentliche Meinung und Theo Lingen als Hans Styx bieten allesamt adäquate Leistungen. Lediglich Ferry Gruber fällt durch übermäßiges Chargieren aus dem Rahmen und dem Hörer auf Nerven. Dafür singt Anneliese Rothenberger als Eurydike eine wirklich anrührende Todesarie. Die deutsche Übersetzung dieser Aufnahme ist akzeptabel, gleiches gilt für das Dirigat.
[ Michael Laricchia • 06.05.06 ]
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»Als ich noch Prinz war von Arkadien« ... Theo Lingen hat das Ewige unsterblich gemacht, exzellent interpretiert und dem französischen "Urprinz"-Schauspieler so ähnlich. Aber das ist dann leider auch der einzige Vorzug dieser Aufnahme, die Tempi sind zu schleppend, die Schauspieler dröge und ebenso die Dialoge, und die Stimmen ... naja, man hat damals die Rothenberger bemüht, aber das macht die ganze Sache auch nicht besser. Es ist höchste Zeit: Wann traut sich jemand und bringt endlich einen guten deutschen, werkgetreuen Orpheus heraus?
[ Olaf Franke • 25.05.06 ]
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Ausgezeichnet mit dem "Deutschen Schallplattenpreis".
[ aufgespürt von Opermaniac • 28.05.07 ]
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