Ouvertüren

Dirigent: Louis Frémaux





Mitwirkende:


City of Birmingham Symphony Orchestra

Dirigent: Louis Frémaux
Produktion:
Columbia - 1972
1 LP - stereo

Katalog-Nr.:
LP (Columbia): TWO 388
LP (Klavier): KS 517
LP (EMI, GB): ESD 7034
LP (EMI, D, 1972): 1 C 051 05078
LP (EMI, D, 1976): 5 C 037 05078



Anmerkungen:

Spielzeit: [35'45"]

Folgende Ouvertüren finden sich in der Auswahl dieser Aufnahme:

  • »Orphée aux Enfers« [09'30"]
    [Orchesterfassung von Carl Binder] *


  • »La Grande Duchesse de Gérolstein« [06'45"]
    [Orchesterfassung von Fritz Hoffmann] *


  • »La Belle Hélène« [09'00"]
    [Orchesterfassung von Friedrich Lehner] *


  • »Barbe-Bleue« [05'30"]
    [Orchesterfassung von Fritz Hoffmann] *


  • »La Vie Parisienne« [05'00"]

* Offenbach selbst stellte seinen Bühnenwerken oft, wenn auch nicht immer, nur kurze Introduktionen voran. Die Potpourri-Ouvertüren entstanden häufig durch fremde Hand anläßlich der jeweiligen Uraufführung einer Offenbachiade in Wien, wo das Publikum eine solche Einleitung erwartete.




Kommentare:


Von einer Illusion muß sich der Musikfreund bei der Vorfreude auf eine LP mit "Offenbach-Ouvertüren" in der Regel verabschieden: nämlich von der Vorstellung, diese stammten aus der Feder Offenbachs selbst. Häufig handelt es sich dabei um Kompositionen Dritter, welche entweder anläßlich von Premieren Offenbach' scher Bühnenwerke im deutschsprachigen Raum entstanden oder aber bloße Gelegenheitsarbeiten fremder Arrangeure darstellen.

So verhält es sich auch mit vier der fünf Ouvertüren, die Louis Frémaux mit dem City of Birmingham Symphony Orchestra einspielte. Insoweit kann und darf man beim Hören dieser Aufnahme nicht mit den Erwartungen an eine originäre Komposition Offenbachs herangehen. Die Zusammenstellung der Themen aus den einzelnen Bühnenwerken gleicht einem musikalischen Flickenteppich, der zwar oft nicht sehr kunstvoll oder subtil geriet, dabei aber gleichwohl unterhaltsam ist.

Dies liegt in erster Linie an dem hervorragenden Dirigat Louis Frémaux'. Mit einem wirklich mitreißenden Schwung nimmt er sich der Partitur an und verweist eine Vielzahl von Konkurrenzeinspielungen auf die hinteren Plätze. Natürlich dominieren ein wenig die effektheischenden Instrumente wie Becken, Trommel und Pauke, aber dies ist - wie oben angerissen - den Orchesterfassungen dieser Ouvertüren nun einmal in die Wiege gelegt. Frémaux differenziert treffend zwischen den Prestopassagen und ruhigen Stellen, stellt einen fast haltlosen Galopp einem ruhigen, aber nie sentimental werdenden Walzer gegenüber. Insoweit kann man ihm durchaus attestieren, sich im vorgegebenen Rahmen nicht zu weit von Offenbach entfernt zu haben.

Das Orchester hält selbst in den schnellen Passagen beeindruckend sicher und präzise mit, obwohl Frémaux beachtlich flotte Tempi anschlägt.

Angenehm fällt auch der Klang der Produktion auf: voll, baßkräftig und ausgewogen, mit sauber differenzierten Instrumentengruppen. Mit Abstand am besten schlägt sich die Klavier-Pressung.

Fazit: ein nicht ganz quellengetreuer Hörgenuß, dessen schwungvolle Interpretation uneingeschränkt hörenswert ist und der leider immer noch seiner vollständigen Wiederveröffentlichung als CD harrt.

[ Marcus Ebeling ]





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