Berühmte Orchestermomente

Dirigent: Reynald Giovaninetti



LP (Concert Hall)




Mitwirkende:

Orchestre National de l'Opéra de Monte Carlo

Dirigent: Reynald Giovaninetti

Produktion:
Concert Hall - 196?
1 LP - stereo

Katalog-Nr.:
LP (Concert Hall): SMS 2743



Anmerkungen:

Spielzeit: [52'45"]

Folgende Werke finden sich in der Auswahl dieser Aufnahme:


  • aus »Orphée aux Enfers« [20'15"]:
  • Ouvertüre & Ballett aus dem 3. Akt - Auszug [jeweils aus der Fassung von 1874],
    Ouvertüre [Fassung von Carl Binder]
  • aus »Les Contes d'Hoffmann« [05'15"]:
  • Entr'acte zum 2. Akt & Intermezzo ("Barcarole", instrumental)
  • aus »La Fille du Tambour-Major« [07'00"]:
  • Ouvertüre
  • aus »Madame Favart« [05'00"]:
  • Ouvertüre
  • aus »La Grande Duchesse de Gérolstein« [04'15"]:
  • Ouvertüre
  • aus »La Périchole« [07'30"]:
  • Ouvertüre, Entr'acte zum 3. Akt, 2. Bild & Entr'acte zum 2. Akt
  • aus »La Belle Hélène« [03'30"]:
  • Entr'acte zum 2. Akt


Kommentare:


Überraschenderweise eröffnet die Ouvertüre des "großen »Orpheus«" von 1874 ("Promenade autour d'Orphée") die interessante Auswahl der eingespielten Orchesterstücke. Das ist insofern erstaunlich für den Aufnahmezeitpunkt, der in den 1960'er Jahren liegen muß, da bis dato das Ouvertüren-Plagiat Carl Binders allgegenwärtig war und oft als solches gar nicht mehr erkannt wurde. Neben einigen bekannteren Ouvertüren besticht die vorliegende Zusammenstellung jedoch auch durch weitere, seltener eingespielte Stücke, so etwa die Ouvertüre zu »Madame Favart« oder die Entr'actes aus der »Perichole«. Sehr gut gelöst ist bei letzterer der Übergang der Ouvertüre in den Entr'acte zum 2. Bild des 3. Aktes.

Furios - das ist das einzig passende Wort, um das Dirigat Reynald Giovaninettis zu beschreiben. Das Orchester wird konsequent durch die Partitur gescheucht, ohne daß die Nummern dabei gehetzt wirken. Gleichwohl bleibt genügend Zeit für die ruhigen und schwelgerischen Passagen.

Die Orchesterleistung geht in Ordnung. Der Schwung, den Reynald Giovaninetti durch sein Dirigat herauskitzelt, wird überzeugend vorgetragen. Manchmal hapert es ein wenig am synchronen Spiel des Monte Carloer Opernorchesters, aber damit befindet es sich mit vielen anderen französischen Orchestern in guter und gleichwohl unterhaltsamer Gesellschaft.

Ein wenig gewöhnungsbedürftig ist der bisweilen dünne Klang der Aufnahme. Die fehlenden Bässe fallen besonders in den Tutti auf, in denen die Streicher sehr hart und die Blechbläser überproportional laut klingen.

Nichtsdestotrotz verdient die Aufnahme wegen Interpretation und Zusammenstellung die Höchstpunktzahl.

[ Marcus Ebeling ]





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 • © April 2007 •