Ouvertüren

Dirigent: Jean Martinon




Mitwirkende:


The London Philharmonic Orchestra

Dirigent: Jean Martinon
Produktion:
London - 1951
1 LP - mono

Katalog-Nr.:
LP (London): LL 350
LP (Richmond): B 19098
LP (Ace of Clubs): ACL 104



Anmerkungen:

Spielzeit: [32'15"]

Folgende Ouvertüren finden sich in der Auswahl dieser Aufnahme:

  • »Orphée aux Enfers« [09'30"]
    [Orchesterfassung von Carl Binder] *


  • »La Grande Duchesse de Gérolstein« [06'45"]
    [Orchesterfassung von Fritz Hoffmann] *


  • »La Belle Hélène« [08'15"]
    [Orchesterfassung von Friedrich Lehner] *


  • »Barbe-Bleue« [03'00"]


  • »Le Mariage aux Lanternes« [04'45"]

* Offenbach selbst stellte seinen Bühnenwerken oft, wenn auch nicht immer, nur kurze Introduktionen voran. Die Potpourri-Ouvertüren entstanden häufig durch fremde Hand anläßlich der jeweiligen Uraufführung einer Offenbachiade in Wien, wo das Publikum eine solche Einleitung erwartete.




Kommentare:


Offenbach-Ouvertüren? Diese Bezeichnung stimmt nur zum Teil, denn auch bei dieser Kompilation wurde, wie meist, auf Bearbeitungen von Offenbachs Musik zurückgegriffen. Der interessierte Hörer muß sich also im Klaren darüber sein, daß zumindest drei der fünf hier eingespielten Ouvertüren nur mittelbar mit den namensgebenden Bühnenwerken zusammenhängen.

Gleichwohl bietet diese Einspielung einen wirklichen Hörgenuß. Der monophone Klang ist, gemessen am Produktionszeitpunkt der 1950'er Jahre, recht gut und vor allem ausgewogen. Die Instrumente sind klar voneinander getrennt, Höhen, Tiefen und Bässe weisen keine nennenswerten Verzerrungen auf.

Jean Martinon führt ein raffiniertes, nie plakativ oder aufgesetzt wirkendes Dirigat. Selbst die sattsam bekannte Ouvertüre zu »Orphée aux Enfers« in der Fassung Carl Binders weist ungehörte und pfiffige Betonungen auf.

Das London Philharmonic Orchestra paßt sich dieser einfühlsamen Interpretation an und liefert neben präzisem Spiel eine aufmerksame Umsetzung des Martinon' schen Dirigats.

Einen zusätzlichen Pluspunkt verdient sich die Aufnahme durch die Ouvertüre zur »Mariage aux Lanternes«. Zum einen ist es erfreulich, daß man auf ein selten eingespieltes Werk Offenbachs zurückgriff. Zum anderen gelingt die Interpretation gerade dieser Ouvertüre besonders einfühlsam, indem Jean Martinon beispielweise das Hauptthema des Einakters fast zärtlich und bar jeder effektheischenden Sentimentalität spielen läßt.

Allein auf Grund des zuletzt Gesagten bietet sich diese Produktion für die eigene Offenbach-Sammlung an, obwohl sich auch die restlichen Ouvertüren hören lassen können.

[ Marcus Ebeling ]





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