Ouvertüren

Dirigent: Herbert von Karajan



LP (Deutsche Grammophon
[DG], D)


LP (Deutsche Grammophon
[DG], F)


CD (Deutsche Grammophon
[DG])




Mitwirkende:

Berliner Philharmoniker

Dirigent: Herbert von Karajan

Produktion:
DG - 1980
1 LP / 1 CD - stereo

Katalog-Nr.:
LP (DG, D): 2532 006
LP (DG, F): 2532 006
CD (DG): 400 044 2



Anmerkungen:

Spielzeit: [44'30"]

Folgende Werke finden sich in der Auswahl dieser Aufnahme:


  • aus »Orphée aux Enfers« [09'45"]:
  • Ouvertüre [Orchesterfassung von Carl Binder]
  • aus »Barbe-Bleue« [06'00"]:
  • Ouvertüre [Orchesterfassung von Fritz Hoffmann]
  • aus »La Grande Duchesse de Gérolstein« [07'15"]:
  • Ouvertüre [Orchesterfassung von Fritz Hoffmann]
  • aus »La Belle Hélène« [09'15"]:
  • Ouvertüre [Orchesterfassung von Friedrich Lehner]
  • aus »Vert-Vert« [08'45"]:
  • Ouvertüre [Orchesterfassung von Friedrich Lehner]
  • aus »Les Contes d'Hoffmann« [03'30"]:
  • Intermezzo ("Barcarole", instrumental) • [Orchesterfassung von Manuel Rosenthal]

Offenbach selbst stellte seinen Bühnenwerken oft, wenn auch nicht immer, nur kurze Introduktionen voran. Die Potpourri-Ouvertüren entstanden häufig durch fremde Hand anläßlich der jeweiligen Uraufführung einer Offenbachiade in Wien, wo das Publikum eine solche Einleitung erwartete.




Kommentare:


Fast scheint es, als hätte die Einspielung dieser Ouvertüren nur dazu gedient, einen weißen Fleck im Katalog der Deutschen Grammophon zu tilgen. Hatte man bis dato von den Werken Offenbachs doch nur die beiden - nicht gerade beeindruckenden und in den 1980er Jahren auch nicht mehr erhältlichen - Querschnitte der »Contes« unter Richard Kraus veröffentlicht, so wurde mit dieser Aufnahme zwar die Lücke Offenbach nominell wieder geschlossen, aber gerecht wurde man seinem Schaffen damit nicht.

Dies beginnt schon damit, daß die gesamte Einspielung ausschließlich auf Bearbeitungen von fremder Hand zurückgreift, nicht eine der vorliegenden Ouvertüren stammt in dieser Form aus Offenbachs Feder. Dies trifft auch auf die "Barcarole" zu, für die man sich bei Manuel Rosenthals Ballett »Gaîté Parisienne« bediente, einem Werk, welches leider nur einen sehr unzutreffenden Eindruck der bearbeiteten Offenbach' schen Originalthemen vermittelt.

Ergänzt wird diese mißliche Tatsache durch das Dirigat Herbert von Karajans, der sich Offenbach betreffend im Tonträgerbereich ansonsten nur eben jener »Gaîté Parisienne« widmete. Karajan führt die Berliner Philharmoniker mit der für ihn in seinen späten Dirigentenjahren so typischen, wuchtigen Schwere durch die Partitur. Dadurch bekommen die Ouvertüren zur »Großherzogin« und »Vert-Vert« fast wagnerianische Züge und der finale Galopp der »Orpheus«-Ouvertüre wird von aggressiven Paukenschlägen konsequent jeder spielerischen Leichtigkeit beraubt. Hinzu kommt eine fast schon hilflos wirkende Vorliebe, die Anweisungen "piano" und "forte" bis an die Grenze des jeweils Hörbaren auszudirigieren. Überflüssig zu sagen, daß es einem Orchester wie den Berlinern Philharmonikern nicht an technischem Können mangelt, aber was hilft es? Alles in allem läßt die Einspielung den Ursprung der hier vorgestellten Themenpotpourris, nämlich die von spitzer Feder komponierten, für buffoneske Opern gedachten Einleitungen, kaum noch erkennen.

Der Klang der Aufnahme an sich ist angenehm und ausgewogen, die Einspielung war eine der ersten digitalen Produktionen im Hause der Deutschen Grammophon.

Nur mit der bei deutschen Offenbach-Einspielungen fast schon obligatorischen Nachsicht lassen sich hier zwei Dirigenten in der Gesamtbewertung vertreten. Für die eigene Sammlung ist diese Produktion allerdings nur für denjenigen von Bedeutung, der sich für das farbenprächtige Cover begeistern kann.

[ Marcus Ebeling ]





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 • © März 2006 •