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LP (Bourg) |
CD (Bourg) |
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Anmerkungen:
Spielzeit: 1. Akt [49'45"] • 2. Akt [34'45"] • 3. Akt [19'30"] Eingespielt wurde die Neufassung des Werkes aus dem Jahre 1934, wobei folgende Striche für die Aufnahme vorgenommen wurden:
Ebenfalls unter dem Dirigat von Marcel Cariven entstanden: |
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Kommentare: Einen umfassenden Eindruck von dieser Aufnahme kann man sich nur mit einigen Einschränkungen verschaffen. Zum einen wurde die erst 1934 von Albert Willemetz und Georges Delance geschaffene Version eingespielt, welche von der ursprünglichen Fassung in Reihenfolge und Umfang sowie wegen der musikalischen Überarbeitung erheblich abweicht. Von dieser Neufassung ausgehend wurden jedoch darüber hinaus weitere Striche für die Produktion vorgenommen, so daß die vorliegende Aufnahme nur noch einen groben Umriß von Offenbachs »Créole« vermittelt. Im unverständlichen Gegensatz zu den Strichen bietet die Einspielung wiederum minutenlange Dialoge. Vor diesem Hintergrund treten die künstlerischen Leistungen in ihrer Bedeutung für den Hörgenuß schon einmal an die zweite Stelle. Marcel Cariven führt zwar ein straffes und originelles Dirigat und auch das Orchester des französischen Rundfunks kann sich hören lassen, aber es verbleibt beim Hörer der Eindruck, daß man hier einen musikalischen Flickenteppich vor sich hat. Die Interpreten rekrutieren sich größtenteils aus einem Offenbach-erprobten Ensemble. Insoweit entsprechen die darstellerischen und gesanglichen Qualitäten dem bekannten Standard des O.R.T.F.. Huguette Bulangeot (Dora), Aimé Doniat (René), Lina Dachary (Antoinette) und Michel Hamel (Frontignac) präsentieren sich sämtlich passabel, aber auch nicht bestechend. Kann es vielleicht sein, daß die Produktion auch für die Sänger nicht mehr als ein abzuarbeitendes Engagement war? Auch die Klangqualität rettet die Einspielung nicht vor der Unterdurchschnittlichkeit. Neben dem verwaschenen Orchesterklang fehlen die Bässe und die Ensembleszenen sind schlechtweg übersteuert und akustisch verzerrt. Fazit: wieder einmal steht der Offenbach-Freund vor der Entscheidung: "Ganz oder gar nicht!" Wer sich nicht mit dieser Einspielung zufrieden gibt, kann auf keine Alternative zurückgreifen - wobei man sich wirklich fragen muß, welches das kleinere Übel ist.
[ Marcus Ebeling ]
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