Gala-Konzert

Dirigent: Jean-Pierre Wallez



LP (Anacrouse)


LP (Sonatina)




Mitwirkende:

Grand Orchestre de Radio-Télé-Luxembourg

Dirigent: Jean-Pierre Wallez

Produktion:
Anacrouse - 1979, Luxemburg
1 LP / 1 CD - stereo

Katalog-Nr.:
LP (Anacrouse): UM 3503
CD (Sonatina): 165 028 2



Anmerkungen:

Spielzeit: [41'15"]

Folgende Werke finden sich in der Auswahl dieser Aufnahme:


  • aus »Les Brigands« [03'30"]:
  • Ouvertüre
  • aus »Orphée aux Enfers« [09'45"]:
  • Ouvertüre [Orchesterfassung von Carl Binder]
  • aus »La Rose de Saint-Flour« [06'15"]:
  • Ouvertüre
  • aus »La Vie Parisienne« [01'45"]:
  • Ouvertüre
  • aus »La Belle Hélène« [08'45"]:
  • Ouvertüre [Orchesterfassung von Friedrich Lehner]
  • aus »La Grande Duchesse de Gérolstein« [03'45"]:
  • Ouvertüre
  • aus »Les Contes d'Hoffmann« [03'30"]:
  • Intermezzo ("Barcarole", instrumental) • [Orchesterfassung von Manuel Rosenthal]
  • aus »La Chanson de Fortunio« [04'00"]:
  • Ouvertüre

Die (Original-) Ouvertüre zu »La Vie Parisienne« wurde auf wenige Themenfragmente gekürzt.

Offenbach selbst stellte seinen Bühnenwerken oft, wenn auch nicht immer, nur kurze Introduktionen voran. Die Potpourri-Ouvertüren entstanden häufig durch fremde Hand anläßlich der jeweiligen Uraufführung einer Offenbachiade in Wien, wo das Publikum eine solche Einleitung erwartete.




Kommentare:


Eine einheitliche Bewertung für dieses "Gala-Konzert" abzugeben, welches in erster Linie Ouvertüren präsentiert, läuft in jedem Fall auf einen Kompromiß heraus. Denn sowohl in der Auswahl der Werke als auch in deren Interpretation schwankt die Qualität erheblich.

So wählte man wieder einmal die Wiener Fassungen der Ouvertüren zum »Orphée« und zur »Belle Hélène«, die nicht aus Offenbachs Feder stammen und sogar für die instrumentale Version der "Barcarole" aus den »Contes« griff man auf Manuel Rosenthals Bearbeitung zurück. Andererseits spielte man wirkliche Raritäten ein, darunter die Ouvertüre zum »Fortunio« und der »Rose de Saint-Flour«, welche sich sonst nur schwer in der Discographie finden lassen.

Ebenso inkonsequent gerät das Dirigat Jean-Pierre Wallez'. Nicht selten laufen die verschiedenen Orchesterstimmen im Presto auseinander, wiederholte Passagen weisen beim zweiten Durchlauf eine andere Betonung auf als beim ersten Mal und mancher Höhepunkt der Partitur bleibt unbeachtet. Dann aber widmet sich Monsieur Wallez plötzlich einzelnen Passagen, zumeist den ruhigen, mit einfühlsamer Hand und setzt wirkliche Maßstäbe in der Interpretation Offenbach' scher Melodien. Höhepunkte sind hier sicherlich die »Brigands«, die »Rose de Saint-Flour« und der »Fortunio«.

So bleibt also nichts anderes übrig, als die Ausreißer in beide Richtungen der Punkte-Skala in einer befriedigenden Wertung zusammenzufassen. Für den eingefleischten Offenbach-Hörer stellt diese Produktion jedoch wegen der oben erwähnten Raritäten einen unbedingten Baustein der heimischen Sammlung dar.

[ Marcus Ebeling ]





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 • © Mai 2006 •