Ouvertüren

Dirigent: Sir Neville Marriner



LP (Philips, NL)


CD (Philips, F, 1982)


CD (Philips, F, 198?)



CD (Philips)




Mitwirkende:

Philharmonia Orchestra

Dirigent: Sir Neville Marriner

Produktion:
Philips - 1981, London
1 LP / 1 CD - stereo

Katalog-Nr.:
LP (Philips, NL): 6514 098
LP (Philips, F, 1982): 6514 098
LP (Philips, F, 198?): 411 476 1
CD (Philips): 411 476 2



Anmerkungen:

Spielzeit: [43'00"]

Folgende Ouvertüren finden sich in der Auswahl dieser Aufnahme:


  • »La Belle Hélène« [07'15"]
  • [Orchesterfassung von unbekannter Hand]
  • »La Fille du Tambour-Major« [06'45"]
  • »Orphée aux Enfers« [09'15"]
  • [Orchesterfassung von Carl Binder]
  • »La Grande Duchesse de Gérolstein« [04'15"]
  • »La Périchole« [03'15"]
  • »Les Deux Aveugles« [04'00"]
  • »Barbe-Bleue« [03'15"]
  • »La Vie Parisienne« [05'00"]

Offenbach selbst stellte seinen Bühnenwerken oft, wenn auch nicht immer, nur kurze Introduktionen voran. Die Potpourri-Ouvertüren entstanden häufig durch fremde Hand anläßlich der jeweiligen Uraufführung einer Offenbachiade in Wien, wo das Publikum eine solche Einleitung erwartete.




Kommentare:


Im Jahre 1981 versuchte sich Sir Neville Marriner - ungewöhnlicherweise nicht mit seinem angestammten Orchester, der Academy of St. Martin in the Fields, sondern mit dem Philharmonia Orchestra - an Offenbachs Ouvertüren und das Experiment ging auf. Der Rückgriff auf Bearbeitungen der Originale erfolgte glücklicherweise nur in zwei Fällen (»Orphée aux Enfers« und »La Belle Hélène«), ansonsten hielt man sich an Offenbach selbst, sieht man von dem (notwendigen) kurzen Konzertschluß der »Périchole«-Ouvertüre einmal ab.

Auch wenn es stellenweise ein wenig nach Mozart klingt, so liefert Sir Neville ein rundherum hörenswertes Ergebnis ab. Dies liegt zum einen an der Auswahl (wo findet man sonst schon die Ouvertüre zu »Les Deux Aveugles«?), zum anderen aber auch an dem energisch-fröhlichen Dirigat, welches selbst den wohlbekannten Passagen noch neue Eindrücke entlockt. Marriner nimmt sich Zeit für die leisen Töne, ohne dabei zu breite Tempi anzuschlagen oder gar sentimental zu werden. Im angenehmen Gegensatz dazu steht eine filigrane Ausgelassenheit, die sich mit Schwung und Humor den Galopp-Sequenzen nähert, ohne in plakatives Can Can-Gestampfe abzugleiten - eines der größten Komplimente, welches man einem Offenbach dirigierenden Musiker machen kann.

Präzise musizierend präsentiert sich auch das geschlossen und ausgewogen klingende Philharmonia Orchestra. Die Aufnahmequalität ünterstützt diese Wirkung hervorragend: das Klangbild reicht von klaren Höhen bis zu vollen Bässen.

Fazit: hätte sich Sir Neville noch um die originalen Ouvertüren-Fassungen zum »Orphée« oder zur »Hélène« bemüht, hätte der Höreindruck fraglos zur Bestnote gereicht. So gibt es dann aber dann doch einen "Dirigenten" Abzug.

[ Marcus Ebeling ]





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 • © Mai 2006 •