La Belle Hélène

Dirigent: Marc Minkowski



CD (Virgin Classics)



Mitwirkende:

Hélène Dame Felicity Lott
Pâris Yann Beuron
Calchas François Le Roux
Philocome José Canalès
Oreste Marie-Ange Todorovitch
Parthoénis Magali Léger
Léoena Stéphanie d'Oustrac
Ajax I Alain Gabriel
Ajax II Laurent Alvaro
Achille Eric Huchet
Ménélas Michel Sénéchal
Agamemnon Laurent Naouri
Bacchis Hjördis Thébault

Choeur des Musiciens du Louvre
Leitung: Sébastien Rouland

Les Musiciens du Louvre - Grenoble
Dirigent: Marc Minkowski
Aufnahme:
Gesamtaufnahme
in französischer Sprache

Produktion:
Virgin Classics - 2000
2 CD - stereo

Katalog-Nr.:
CD (Virgin Classics): 7243 5 45477 2 0



Anmerkungen:

Spielzeit: Ouvertüre & 1. Akt [46'00"] • 2. Akt [43'00"] • 3. Akt [29'30"]

Die Aufnahme folgt der quellenkritischen Partiturausgabe von Robert Didion.

Die ebenfalls von Marc Minkowski dirigierte Aufführung der »Hélène« wurde parallel zu dieser Studioeinspielung mitgeschnitten.

Ebenfalls unter dem Dirigat von Marc Minkowski entstanden:


Kommentare:


Diese Einspielung basiert auf der ersten quellenkritische Neuausgabe der »Belle Hélène«: Wiederholungen, Komplettierungen (in der Spielszene sowie im 3. Finale) und sogar eine neue Arie (in der Rolle des Paris) überraschen den interessierten Hörer. Gleichzeitig setzt Marc Minkowski die in seinem »Orphée aux Enfers« begonnene Tradition fort und verleiht dem Werk mit einem temporeichen, manchmal sogar brachialen Dirigat eine neue Note. Die witzige, aber gleichwohl gefällige Interpretation der sechziger und siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts scheint endgültig der Vergangenheit anzugehören. Ob dies dem Offenbach' schen Ouevre gut tut, bleibt abzuwarten.

Dame Felicity Lott liefert (der Einspielung entsprechend) eine selbstbewußte Hélène, wobei der unterhaltsame Gesamteindruck (selten) durch etwas schrille Momente gestört wird: nicht uninteressant, aber gewöhnungsbedürftig. Mit der Wahl Yann Beurons für die Partie des Paris war man ebenfalls gut beraten: er schafft es immer wieder, in dieser Produktion den Witz einfließen zu lassen, der dem Hörer aus älteren Einspielungen vertraut ist. Auch seine Tyrolienne vermag sich mit der John Alers (unter Michel Plasson) zu messen. Marie-Ange Todorovitch übertreibt ein wenig die Lässigkeit Orestes und so strengt es manchmal an, dem lebenslustigen Sohn des Agamemnon immer wieder zu begegnen.

Einen angenehmen Eindruck hinterlassen die Dialoge und Geräusche (so beispielsweise Türklingel in Helenas Boudoir), man spürt förmlich die Eindringlichkeit der dieser Produktion zu Grunde liegenden Bühnenversion.

Manchmal klingt die Einspielung ein wenig dumpf - vor allem bei dem häufigen und deutlichen Einsatz der Schlaginstrumente, was wieder einmal zeigt, daß eine digitale Aufnahme kein Garant für absoluten Klang sein muß.

[ Marcus Ebeling ]




In dieser Einspielung findet die Entführung der Helena in doppelter Hinsicht statt: Prinz Paris entführt Helena von Sparta und Dirigent Marc Minkowski entführt Offenbachs »Helena« dem Operetten-Klischee und gibt ihr den Rang einer komischen Oper zurück.

Wir hören hier einiges an Musik, ganze Arien, die bisher stets gestrichen wurden. Dies in Verbindung mit dem zupackenden, vorwärtsdrängenden Dirigat und dem erstklassigen Sängerensemble - allen voran Felicity Lott und Yann Beuron in den Hauptrollen - macht diese Aufnahme zu einem Meilenstein der Offenbach-Renaissance unserer Tage.

[ Michael Laricchia • 30.04.06 ]




Diese Aufnahme ist hundertmal besser als die mit der Norman. Jede Rolle ist einfach ideal besetzt. Ausserdem ist es schön, noch Titel in der Aufnahme zu hören, die sonst immer gestrichen werden.

[ A. Kaun • 27.06.06 ]




Pleine de fraicheur, d'entrain et de gaité! Redécouverte par Minkoswski qui avait livré un irrésistible »Orphée aux Enfers« et de qui on attend encore beaucoup dans ce domaine.

Des nouveautés en plus! L'intégralité de la scène du jeu de l'oie ici pour la première fois et un air supprimé par Offenbach mais si beau qu'on ne peut que le rétablir: avant le duo du 2e acte, une jolie berceuse pour Pâris ... Le tout utilisant un orchestre "d'époque" (formation identique à celle de la création en 1864) et partition d'orchestre tirée du manuscrit d'orchestre d'Offenbach lui-même.

Interprétation excellente, rendant justice à ce qui est plus qu'une banale opérette: voilà quelques artistes qui ont compris ce que voulait dire opéra bouffe.

Bravo!!!

[ bluehalo55 • 02.07.06 ]




Offenbach-Werke sollte man meiner Meinung nach am besten in der Originalsprache hören. Erstens weil die deutschen Übersetzungen meistens sehr bieder sind, und zweitens wissen deutsche Sänger auch meistens mit Offenbachs Musik nichts anzufangen.

Das ist ganz anders bei dem Ensemble dieser Aufnahme: Yann Beuron, Michel Sénéchal, Laurent Naouri und Marie-Ange Todorovitch singen alle in ihrer Muttersprache und holen unter dem Dirigat von Marc Minkowski den Witz, aber auch die Schönheit aus Offenbachs Musik heraus. Selbst die Engländerin Felicity Lott in der Titelrolle klingt wie die französischste aller Helenas.

Diese Aufnahme würde ich als die beste des Werkes empfehlen.

[ Hannah P. • 18.10.06 ]




Vorbildliche Aufnahme. Restaurierte Originalversion. Erstklassig gesungen. Rasant dirigiert. Zufriedenstellende Tonqualität.

[ Johann • 27.03.07 ]




Rondo: »An der Pariser Stagione-Oper Théâtre du Châtelet brachte Dirigent Marc Minkowski die 1864 uraufgeführte opéra bouffe »La Belle Hélène« heraus und liess das Unterhaltungspendel historisch korrekt, aber unakademisch ausschlagen. Statt plump überdrehtem Operettenton und zähmassigem Mischklang straffte Minkowski in dieser Antiken-Parodie erst einmal die Konturen, um eine Balance aus delikater Lässigkeit und knackigem Schwung herzustellen.«

[ aufgespürt von Opermaniac • 28.05.07 ]





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 • © Oktober 2003 •