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DVD (TDK) |
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Aufnahme: Gesamtaufnahme in französischer Sprache Inszenierung: Laurent Pelly Bildregie: Pascal Faivre Chalon Produktion: TDK - 2000, Lyon 1 DVD - dolby digital, live Katalog-Nr.: DVD (TDK): DV OPLBH |
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Anmerkungen:
Spielzeit: Ouvertüre & 1. Akt [51'15"] • 2. Akt [40'45"] • 3. Akt [32'00"] Die Aufnahme folgt der quellenkritischen Partiturausgabe von Robert Didion. Allerdings entfiel die erstmals von Didion vollständig vorgelegte Spielszene im 2. Akt (»A ce Calchas qui tremblote«). Die ebenfalls unter Marc Minkowski entstandene CD-Einspielung der »Hélène« wurde parallel zu dieser Aufführung im Studio produziert. Die erwähnte Spielszene ist dort enthalten. Ebenfalls unter dem Dirigat von Marc Minkowski entstanden:
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Kommentare: »Trop de fleurs!« (»Viel zu viele Blumen!«) - Calchas hat völlig recht: weg mit dem überflüssigen Beiwerk, welches solange die schmalzige Operettenseligkeit ausmachte. Laurent Pelly (Inszenierung) und Marc Minkowski (Dirigat) entstauben die schöne Helena so vorsichtig wie eine kostbare griechische Statue - und genau solch ein Meisterwerk kommt darunter zum Vorschein. Zu den Klängen einer breit und langatmig gespielten "Vor-Ouvertüre" schläft eine offensichtlich von ihrer Ehe zutiefst gelangweilte Frau neben ihrem Mann ein, um kurz darauf (nunmehr zur rasant präsentierten eigentlichen Ouvertüre) in einer völlig verdrehten Antike wieder aufzuwachen. Mit Kamera und Hawaii-Hemd ausgerüstete Touristen strömen ebenso in Helenas Schlafzimmer wie schaufelbewehrte Archäologen. König Menelaus singt seine Auftrittsarie im Pyjama - er ist der zu Beginn eingeschlafene Ehemann - und Paris nähert sich später Helena in Jeans und mit freiem Oberkörper, während um die beiden herum Schafe die immer intimer werdende Zweisamkeit aufmerksam beobachten - Schäferstündchen à la Offenbach. Da die Sänger, der Dirigent und das Orchester dieser Aufführung die gleichen sind wie die der wenig später entstandenen Studioproduktion, wird, um Wiederholungen zu vermeiden, an dieser Stelle auf die dortigen Bemerkungen verwiesen. Ergänzt werden soll aber, daß die Aufführung von der eindrucksvollen Bühnenpräsenz der Protagonisten dominiert wird. Felicity Lott durchlebt so überzeugend alle Höhen und Tiefen der Rolle, daß man jeden ihrer Auftritte herbeisehnt. Mustergültig auch Yann Beuron als souveräner "l'homme à la pomme", selten hatte sich ein Pâris eine Hélène redlicher verdient. Der Oreste Marie-Ange Todorovitchs fügt sich hier besser in das Gesamtbild als bei der CD-Produktion, da die teilweise doch recht stark ausgespielte Lebensfreude des verschwenderischen Königssohnes durch die optischen Eindrücke stimmiger wirkt. Die Kamera ist nicht immer im Zentrum des Geschehens und die Auswahl von Totalen und Großaufnahmen irritiert manchmal ein wenig. Hingegen sind Bild- und Tonqualität an sich hervorragend. So schneidet die Bühnenversion besser ab als der Konkurrent aus dem Studio, auch wenn nur letzterer die vollständige quellenkritische Fassung Robert Didions bietet.
[ Marcus Ebeling ]
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Eine wunderbare DVD. Das Orchester unter der Leitung von Marc Minkowski spielt Offenbachs Musik leicht und federnd, die Inszenierung von Laurent Pelly ist witzig und intelligent, die Sänger sind durchweg hervorragend: Yann Beuron als Prinz Paris zum Verlieben, Michel Sénéchal als herrlich vertrottelter Menelaus und allen voran Felicity Lott als Helena. Ihr komisches Talent ist eine echte Entdeckung. Als frustrierte, gelangweilte Ehefrau träumt sie sich in dieser Inszenierung hinein in die Rolle der "schönsten Frau der Welt" und in eine Affäre mit dem jungen Prinzen Paris. Auf diese Weise wird die Geschichte ganz Heutig, ohne daß die Handlung von Offenbachs Librettisten Meilhac und Halévy verändert werden müßte. Die Aufführung steckt voller komischer Einfälle. Dabei wird das Werk aber immer ernst genommen. Gleiches läßt sich über die Musik sagen. Sie klingt ganz frisch, zupackend und aktuell, und bleibt dabei doch ganz Offenbach. Eine Meisterleistung, die als Beispiel dienen sollte. Die DVD hat eine gute Ausstattung: Stereo-Ton, Digital-Ton und Surround, Untertitel in Englisch, Deutsch, Spanisch, Französisch und Italienisch, zudem als Extra ein "Behind the scenes" mit Interviews der Beteiligten. Außerdem liegt ein informatives booklet bei. Wer ein Mittel gegen schlechte Laune sucht: hier ist eines. Amüsement garantiert!
[ Michael Laricchia • 04.07.06 ]
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Sie ist ja nun nicht mehr ganz taufrisch, die »schöne Helena«. Und manche der zeitbezogenen Seitenhiebe gegen damalige Missstände können wir heute nicht mehr so recht nachvollziehen. Wenn sie aber so entstaubt und rotzfrech präsentiert wird wie hier vom Regisseur Laurent Pelly (der sich auf ein gnadenlos gutes Ensemble stützen kann), dann funkelt die gute alte Operette wie frisch poliert. Und die (zugegeben sehr reife) Hélène der Felicity Lott ist ein einziges Vergnügen (sowohl stimmlich als auch in ihrer gnadenlosen Selbstpersiflage). Herz (sentiment) und Verstand (esprit) werden gleichermaßen gekitzelt. Ein Juwel!
[ leider anonym • 04.07.06 ]
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This »La Belle Hélène« has been nominated for many awards and rightly so. It is so much fun. Dame Felicity Lott is a wonderful Hélène, slightly older than Offenbach might have imagined, and this makes her performance so hilarious. She is a combination Lucille Ball and Joan Davis as she casts her eye on young Paris and yearns for him yet must present a proper outward appearance. And she sings gloriously! The whole cast is oustanding and the operetta is presented with many clever bits. During the Dream Duet the chorus appears in the background as amorous sheep. In the first act Menelaus appears in his nightshirt while Paris, in the contest, has only a towel draped around him as he sings his Mt. Ida song. Best of all is the Act 1 conclusion. Though less than a minute long, Menalaus is whisked off on his journey to Crete by eight dancers dressed as travel agents who even manage to add a very brief Offenbach cancan to their highjinks. And a flight attendant briefly appears to lead the King away. Hats off to Dame Felicity for a performence for the ages! And Offenbach must surely be smiling.
[ A. Grossmann • 06.07.06 ]
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Diese Aufführung wurde mal im Fernsehen gezeigt. Ich fand sie so toll, daß ich mir die DVD anschaffen mußte. Inzwischen habe ich mir noch ein paar andere DVDs von Offenbach (»Orphée aus Enfers« und »La Grande Duchesse de Gérolstein«), Verdi (»Macbeth«), Wagner (»Der fliegende Holländer«) und Purcell (»The Fairy Queen«) gekauft. Also hat diese Aufführung mich nicht nur zum Offenbach-Fan, sondern zum Klassik-Fan überhaupt gemacht.
[ fool4you • 22.10.06 ]
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FonoForum 3/02: »Felicity Lott ist eine ideale Helena: Man versteht jedes Wort, ihre Stimme ist die reinste Wonne, das Bühnentier mischt Esprit mit Understatement. Dazu glucksen, kieksen und phrasieren Marc Minkowskis "Musiciens" so delikat, man möchte aufspringen und tanzen; auch wegen des tollen Ensembles.«
[ aufgespürt von Opermaniac • 28.05.07 ]
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