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LP (Vega) |
LP (Disneyland) |
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Anmerkungen:
Spielzeit: [40'15"] Folgende Nummern finden sich in der Auswahl dieser Aufnahme: aus »Orphée aux Enfers«:
aus »La Vie Parisienne«:
aus »La Fille du Tambour-Major«:
aus »La Grande Duchesse de Gérolstein«:
aus »La Périchole«:
aus »Madame Favart«:
Für die amerikanische Disneyland-Edition wurde die Reihenfolge der Auszüge auf der 1. Seite der LP verändert: den Beginn macht »La Vie Parisienne«, darauf folgen »Orphée aux Enfers« und »La Fille du Tambour-Major«. Die Auswahl der Nummern an sich wurde beibehalten. Seite 2 ist mit der der französischen Ausgabe identisch. Der Titel dieser Produktion ergibt sich aus der zeitlichen Distanz, welche zwischen den Jahren der Uraufführungen von »Orphée aux Enfers« (1858) und »Madame Favart« (1878) liegt. Ebenfalls unter dem Dirigat von Jules Gressier entstanden: |
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Kommentare: Die Auswahl der Nummern dieser Zusammenstellung weicht dankenswerter Weise zumindest in Teilen von dem üblichen Standard ab. Natürlich finden sich auch hier wieder Auszüge aus dem »Orphée« und der »Grande Duchesse«, aber ebenso Titel aus der »Fille du Tambour-Major« und »Madame Favart«. Jules Gressier, der bereits wenige Jahre vorher drei durchweg passable Studio-Aufnahmen für die französische Pathé eingespielt hatte, beweist hier erneut seinen souveränen Umgang mit Offenbachs Werk. Sein Dirigat, so mag man meinen, hat fast "verborgene" Qualitäten, denn beim ersten Eindruck wirkt es geradezu unspektakulär. Erst beim mehrmaligen Hören beeindruckt seine Orchesterführung durch einen unaufdringlichen Schwung und unfranzösische Präzision. Möglicherweise entsteht der etwas täuschende Ersteindruck auch durch die relativ schlechte Klangqualität. Jules Gressiers Offenbach-Aufnahmen entstanden in den 1940'er und 1950'er Jahren, wobei die oben bereits erwähnten Pathé-Produktionen noch den besten Ton liefern. Die übrigen Aufnahmen, so auch diese, warten mit einem recht unausgewogenen Klangbild auf, welches Solisten, Chor und Orchester nicht ins richtige Verhältnis zu setzen vermag. Gerade letztere hören sich oft an, als würden sie im Nebenzimmer musizieren. Apropos Solisten: Aimé Doniat und Jany Sylvaire bilden ein hervorragendes Gespann und nehmen sich der Nummern mit Engagement an. Aimé Doniat besticht durch eine überzeugende Drolligkeit in der Interpretation: keine Stimme, die in großen Opern auf Dauer bestehen würde, aber hier hervorragend paßt. So gelingen ihm technisch tadellose Figuren, die durch ihre hörbare Verschmitztheit äußerst sympathisch wirken (der Brasilianer, Piquillo). Jany Sylvaire, über welche sich weiter keine Informationen finden lassen, verfügt über eine ähnliche gelungene Kombination aus Stimme und Ausdruck wie etwa Lina Dachary oder Suzy Delair. Auch hier erwartet den Hörer also eine eher kleine, aber feine - will sagen: der opéra bouffe angemessene - Stimme. Fazit: wer sich diese Aufnahme zulegt, wird es sicher nicht bereuen. Die Leistung der beiden Solisten ist uneingeschränkt hörenswert, die mangelnde Klangqualität beeinträchtigt die Produktion jedoch spürbar. Vor allem: wann hat man schon einmal die Gelegenheit, eine Offenbach-Einspielung aus Disneyland zu bekommen ... ?
[ Marcus Ebeling ]
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